Planstelle, Wochenstunden und Aussichten – Referendare treffen Kultusminister Piazolo

Ingolstadt/Bayern (intv) „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – zumindest behauptet das der Volksmund. Doch ausgerechnet diejenigen, die unsere Gesellschaft lehren sollen, stehen nach ihrer Ausbildung, dem Referendariat, vor der großen Herausforderung einen festen Job zu finden. Angehende Gymnasiallehrer aus Bayern sind momentan überall gefragt – nur nicht in Bayern. Wie es weitergeht und was sich sonst noch so alles tun muss, um das Bildungsniveau zu halten, haben Junglehrer und Referendare am Freitag mit Kultusminister Michael Piazolo diskutiert.

Auf 3475 aktuelle Bewerber entfallen gerade einmal 514 Planstellen an staatlichen Gymnasien – damit bekommen dort gerade einmal 17% eine feste Stelle. Bei einigen Fächerkombinationen sieht es sogar noch deutlich finsterer aus. Das Problem: Es gibt jetzt sehr viele bestens qualifizierte Leute, die aber erst in mehr als fünf Jahren gebraucht werden. Dann erst macht sich der zusätzliche Jahrgang des G9 bemerkbar. Keiner will mehrere Jahre warten, deswegen wandern viele in andere Bundesländer oder Berufsgruppen ab.

Momentan sind 5000 Stellen auf die kommenden fünf Jahre angesetzt – auf alle Schularten verteilt. Es sei oft sehr schwierig zu vermitteln, warum mehr Stellen und Geld benötigt werden, erklärte Miachael Piazolo. Referendare werden noch immer als billige Ersatzkraft von ausgefallenen Lehrkräften angesehen. Durch die hohe Arbeitslast finden sie dann selbst kaum Zeit für ihre eigene Ausbildung.