Plädoyers im Rattengift-Prozess: Staatsanwältin fordert 12 Jahre Haft, Verteidigung will Freispruch

Ingolstadt (intv) Der achte Verhandlungstag im sogenannten Rattengift-Prozess. Den gesamten Vormittag hindurch haben Staatsanwältin Sandra von Dahl und Verteidigerin Alexandra Gutmeyr ihre Plädoyers gehalten – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Es geht in Anführungszeichen „nur“ noch um zweifachen versuchten Mord.
Die Nebenklage, und damit die Vergiftung der damalige Lebensgefährtin, wurde aufgrund der Beweislage bereits fallengelassen.

Nichtsdestotrotz fordert die Staatsanwaltschaft 12 Jahre Freiheitsstrafe für den angeklagten Landwirt aus Wettstetten. Er soll seine Eltern mit Brodifacoum, besser bekannt als Rattengift, vergiftet haben, das er vorher im Internet bestellt hatte. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft versuchter Mord, für sie ist die Beweislage eindeutig. Die Verteidigung allerdings fordert Freispruch. Es gibt zu viele offenen Fragen, so Verteidigerin Alexandra Gutmeyr. Der langwierige Indizienprozess dauerte neun Verhandlungstage, an denen mehr als 30 Zeugen aussagten. Das Urteil wird Richter Jochen Bösl kommenden Freitag fällen.