Plädoyers im Geiselnehmer-Prozess von Pfaffenhofen

Ingolstadt/Pfaffenhofen (intv) Im Landgericht Ingolstadt hat heute der vorletzte Verhandlungstag im Geiselnehmerprozess von Pfaffenhofen stattgefunden. Wegen eines Sorgerechtsstreits hatte ein 28-jähriger Vater eine Mitarbeiterin im Jugendamt Pfaffenhofen vor knapp einem Jahr zur Geisel genommen. Heute, den 10.10.2018, wurden im Landgericht Ingolstadt die Plädoyers vorgetragen.

Zuvor aber noch eine Zeugenaussage der Berufsbetreuerin. Seit 2011 betreute die Zeugin den 28-jährigen und verwaltete hauptsächlich seinen Lebensunterhalt. Die Betreuerin beschreibt den Angeklagten als verschlossenen jungen Mann, der die Konsequenzen seiner Taten nicht einschätzen kann. Anzeichen für diese Tat gab es vorher keine – sie hätte ihm eine Geiselnahme nie zugetraut. Nähere Angaben zu seinem Wesen konnte die Zeugin kaum machen. Ihre Gesprächstermine dauerten im Schnitt nur eine Zigarettenlänge. Das suizidale Verhalten des Angeklagten in den vergangenen Jahren kam erneut zur Sprache. Aber das sei nicht der Grund seiner Tat gewesen, so Igor B., auch wenn er damit gerechnet hätte, von der Polizei erschossen zu werden. Das fachärztliche Gutachten bestätigt die verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten. Es folgten die Plädoyers: Auf Empfehlung des Gutachtens fordert die Staatsanwältin, dass der Angeklagte fünf Jahre und zehn Monate in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Die Verteidigung zweifelt das Gutachten an. Der Pflichtverteidiger hat vier Jahre – ohne konkrete Angabe einer Unterbringungsart – gefordert. Das Urteil soll am Freitag, den 12. Oktober verkündet werden.