Plädoyers im Franziskaprozess

Ingolstadt (intv) Wie bereits erwartet fanden heute die Plädoyers im Mordfall Franziska unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gesetz lasse hier keinen Spielraum zu, so der vorsitzende Richter Jochen Bösl. Die Intimsphäre von Zeugen und Opfern stehe über dem berechtigten Interesse der Öffentlichkeit.

Mord, Freiheitsberaubung mit Todesfolge, besonders schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und besonders schwere Vergewaltigung. Das sind die Taten, die der Angeklagte Stefan B. an der damals zwölfjährigen Franzika begangen haben soll. Der Staatsanwalt forderte dafür heute lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. „Hinsichtlich der Taten an den anderen mutmaßlichen Opfern wurde Freispruch beantragt.“, so Gerhard Reicherl, Sprecher des Landgerichts Ingolstadt. „Das führt dazu, dass wegen des Fehlens der formalen Voraussetzungen kein Antrag auf Sicherungsverwahrung gestellt wurde.“

Formelle Voraussetzung für eine Sicherungsverwahrung wäre eine Verurteilung wegen mehreren schweren Straftaten. Da jedoch nur eine Verurteilung wegen der Taten an Franziska beantragt ist, liegt diese Voraussetzung nicht vor. Dennoch wäre im Falle der Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren für Stefan B. nicht möglich.

Die Verteidigung schloss sich in ihrem Plädoyer heute den Anträgen der Staatsanwaltschaft weitgehend an. Das Urteil wird am elften Mai verkündet.