Pionierin in der Politik

Eichstätt (intv) 1919 – nur zwei Monate nach Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts für Männer und Frauen, ziehen sieben gewählte Abgeordnete in den Bayerischen Landtag ein – unter ihnen die gebürtige Schwedin Ellen Ammann. Eine Ausstellung ihr zu Ehren ist ab heute in der ehemaligen Johanniskirche in Eichstätt zu sehen. „Für mich ist sie nach wie vor ein Vorbild. Weil sie zeigt, dass Frau sein, Mutter sein, christliche Nächstenliebe, Sozialpolitik, dass sie alles auf einen Nenner bringt, aber letztendlich dann doch den Anspruch der emanzipierten Frau hat. Der Frau, die ernst genommen wird, die in der Gesellschaft ihren Wert hat, auch als Entscheiderin“, so Gottstein am Freitag-Nachmittag bei der Vernissage.

100 Jahre Frauenwahlrecht – dieses Jubiläum hat Eva Gottstein, selbst Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende des Katholischen Frauenbundes, zum Anlass genommen, die Ausstellung nach Eichstätt zu holen. Ellen Ammann gilt als Pionierin, als modern denkende Frau. 1895 gründet sie die erste katholische Bahnhofsmission in München, 1909 den bayerischen Landesverband des KDFB. Schon damals ist ihr klar: wir Frauen brauchen ein Netzwerk, um unsere Ziele durchzusetzen.

Ellen Ammann war Trendsetterin, deren Tatkraft bis heute wirkt. Die Ausstellung über sie und ihr Engagement, sowohl sozial als auch politisch, ist bis zum 10. September in der ehemaligen Johanniskirche in Eichstätt zu sehen.