Pfaffenhofen stellt sich dem Nationalsozialismus

Pfaffenhofen (intv) Die Wahrheit kann weh tun. Deshalb wollen viele sie gar nicht kennen. So war das auch als Reinhard Haiplik ein Buch über Nationalsozialisten in seiner Heimat geschrieben hat.

Für die Recherchen zu „Pfaffenhofen unter dem Hakenkreuz“ hat der Autor im Vorfeld viel Widerstand überwunden, er wurde nicht nur in Leserbriefen angefeindet. Mittlerweile ist das Buch auch nach der zweiten Auflage restlos ausverkauft. Die Erkenntnisse daraus fließen ein in ein Denkmal, das an diese Zeit erinnern wird. Thomas Neumaier hat dieses Buch dafür sehr genau gelesen, bestätigt ihm dessen Verfasser Reinhard Haiplik. Bei einem Wettbewerb für ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer des Naziterrors in Pfaffenhofen hat Thomas Neumaier den ersten Preis der Stadt Pfaffenhofen gewonnen.

Neumaier hat dazu einen kühnen Entwurf vorgelegt. Ein über 18 Meter langer Stahlträger wird das Haus der Begegnung durchbohren. Größtenteils steht dieser feuerroter Stachel im Freien, auf dem Platz vor der Südfassade des Gebäudes, in dem auch eine Bibliothek untergebracht ist. Nur oben im vierten Stock durchbohrt die rote Stange dann die Mauern des Gebäudes an einer Ecke. Der Künstler erklärt diese Bibliothek im Interview mit intv als Gedächtnis der Stadt, in der ein Stachel die Erinnerung wachhalten soll. Neben dem roten Stachel werden auch Fotodokumente an der Außenfassade installiert. Darauf zu sehen sind nicht nur die Opfer aus Pfaffenhofen, sondern auch die Täter. Diese Fotos kann man jetzt vorab im Rathaus Pfaffenhofen sehen, in der Galerie im ersten Stock.