Personalmangel an den Kliniken

Kösching (intv) Vergangenes Wochenende standen Mitarbeiter und Gewerkschafter der Klinik Eichstätt am Marktplatz undb haben Unterschriften gesammelt. Sie fordern mehr Personal in Krankenhäusern.

Und die Resonanz der Passanten war groß. Deshalb fand dieselbe Aktion auch heute am Marktplatz in Kösching statt. Denn auch in der Köschinger Klinik sei der aktuelle Zustand, so die Gewerkschaft, vor allem in der Pflege, nicht mehr tragbar.

Regenschutz für die Mahnplakate. Trotz nasskalten Wetters rufen die Gewerkschafter von ver.di die Köschinger auf, sich für mehr Personal in den Kliniken einzusetzen. Auch Köschings Bürgermeisterin Andrea Ernhofer unterstützt die Aktion.
Ver.di will den Druck auf die Politik erhöhen und nutzt den Bundestagswahlkampf. „Wir fordern eine Personalbemessung fürs ganze Haus, also auch für die Bereiche Pflege, Küche und Reinigung. Das gibt es bisher noch nicht, hier regiert der freie Markt, also das Motto: Personal nach Budget und nicht Personal nach Bedarf“, erklärt Arina Wolf.

Der Bedarf an Personal, vor allem in der Pflege sei immens, so Alfred Schimmer, Betriebsdirektor an der Klinik Kösching. Aber der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Schimmer würde auf der Stelle fünf weitere Pflegekräfte einstellen. Er mahnt, die Rahmenbedingungen seien 2017 so schlecht wie nie:

„Dass im Prinzip die Personalkostensteigerungen, die auch berechtigt sind, nicht refinanziert werden. Wir haben heuer das Problem, dass der landesweite Basisfallwert nur um 1,16 Prozent steigt, und die Personalkosten steigen um circa drei Prozent. Und dieses Delta um knapp 2 Prozent müssen wir selbst erwirtschaften. Und deshalb ist die Schmerzgrenze schon überschritten und wenn das so weiter geht, werden immer mehr Kliniken in die roten Zahlen kommen.“

Rot sieht nun auch Ver.di. Der Aktion in Eichstätt und Kösching sollen noch mehr folgen. Am 20. Mai sammeln die Gewerkschafter in der Ingolstädter Fußgängerzone Unterstützung.