Perfekter Einsatzablauf bei der Bayernoil-Explosion: Verbandsversammlung der ILS Ingolstadt

Ingolstadt/Irsching (intv) Gute Stimmung bei der Verbandsversammlung der integrierten Leitstelle in Ingolstadt. Der Einsatzbericht zur Explosion bei der Bayernoil-Raffinerie Irsching setzt ein klares Zeichen an die Bevölkerung: Wenn eine Katastrophe diesen Ausmaßes passiert, helfen alle zusammen. Trotzdem hat das Ereignis auch Probleme bei der ILS aufgezeigt, die sie für die Zukunft beheben möchte.

Auch heute (26.10.2018) noch, knapp zwei Monate später, ist die Explosion bei der Bayernoil-Raffinerie bei Irsching ein Thema – auch bei der Verbansversammlung der ILS Ingolstadt. Auch für die integrierte Leitstelleherrschte am Morgen des 1. September absoluter Ausnahmezustand. Aber der Einsatzbericht zeigt: Die insgesamt 650 Einsatzkäfte der Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste und des THWs hatten alles im Griff. Die gute Vorbereitung auf Katastrophenfälle wie diese hat sich ausgezahlt, erklärt der Kreisbrandrat Landkreis Pfaffenhofen, Armin Wiesbeck: „Angefangen von den externen Notfallplänen bis zu den einzelnen Gefahrenbetrieben, natürlich auch die Schulung des Personals ist ein ganz wichtiger Punkt. Man muss sich ja vorstellen in großen Zügen ist alles ehrenamtlich, die machen alles freiwillig in ihrer Freizeit, also auch die Schulungen. Wir haben Einsätze solcher Art schon mehrfach geübt und wir kommen auch mit dem neuen Konzept, das bayernweit ausgerollt wurde, sehr gut zurecht und wollen das weiter beüben.“

Gleich nachdem um kurz nach fünf Uhr morgens die ersten Meldungen eintrafen waren bis zu 100 Personen auf den Beinen, ob in der Leitstelle oder vor Ort. Die Leitstelle kümmerte sich dabei nicht nur um die Koordinierung des Einsatzes. Sie fragten die Schwerbrandverletztenbetten in den Krankenhäusern der Umgebung ab, kümmerten sich um Bereitstellungsräume für die Rettungsdienste zum Beispiel am Flugplatz Manching oder nahmen eingehende Notrufe entgegen. Nach kurzer Zeit waren 22 Disponenten im Einsatz. Trotzdem konnten von knapp 260 Notrufen nur 100 direkt angenommen werden. Die verpassten Notrufe könnten aber auch ganz anderen Notfällen gegolten haben, daher besteht dringend Handlungsbedarf. Bei der Versammlung gab es erste Anregungen von   Günther Griesche, Geschäftsführer bei der ILS Region Ingolstadt: „Es gibt verschiedene Ersatzleitstellen für München und Nürnberg zum Beispiel, da wär ein Gedanke, dass wir diese Leitstellen mitbenutzen können, aber das Thema ist noch ein bisschen weit weg, deswegen kann ich noch nichts näheres dazu sagen.“ Derzeit finden Gespräche zu bayernweiten Verbesserungen mit dem Innenministerium statt. Trotzdem zieht die ILS der Region Ingolstadt insgesamt eine positive Bilanz, so auch Landrat Martin Wolf (CSU): „Wenn jemand sagt, es ist abgelaufen wie bei einer Übung, dann zeigt das, es ist keine Übung umsonst, wir haben demnächst wieder eine vor und wir gedhen natürlich mit großer Gelassenheit auf diese Übung, aber wir wissen auch es ist nicht umsonst, denn viele der Teilnehmer, die jetzt diese Übung mitmachen, waren in Irsching nicht dabei und denen können wir dann sagen: jeden Handgriff den ihr heute macht ist wichtig.“