Panther-Meisterfeier

Ingolstadt (intv) Der Meister-Party-Marathon fand gestern Nachmittag auf dem Ingolstädter Rathausplatz seinen Höhepunkt. Rund 5 000 Fans feierten mit ihrem ERC den allerersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Und nach dem neuen DEL-Rekord von 21 Playoff-Spielen in nur 40 Tagen standen die Panther auch gestern wahrhaft meisterlich ihren Mann. Fünf strapaziöse Feier-Tage hatten die Spieler bereits hinter sich – und das war der meist hinter Sonnenbrillen versteckten Mannschaft auch anzusehen, wie auch dem ebenfalls stark ramponierten Meisterpokal. Dieser wurde zwar notdürftig zusammengeflickt, aber schon vor dem Autocorso von der Saturn-Arena zum Rathausplatz waren die Henkel der Trophäe wieder ab, die sich im weiteren Partyverlauf Torwart und Rookie des Jahres Timo Pielmeier als Meister-Souvenir sichern konnte.

Relativ pünktlich um 14 Uhr kam der blau-weiße Triumphzug am Rathausplatz an – genau zwölf Jahre nach dem letzten Corso beim Aufstieg in die DEL. „Wenn das kein Kreis-Schluss ist, dann weiß ich nicht mehr“, so der jahrelange Hauptsponsor, Panther-Macher und Beiratsvorsitzende Leopold Stiefel, der sich „keinen schöneren Abgang als Beiratsvorsitzender“ vorstellen konnte.

Nach der Ehrung der Stadt und dem Eintrag ins Goldene Buch, bei dem Alt-OB Alfred Lehmann – in seine Amtszeit fiel der Aufstieg in die DEL, der Bau der Saturn-Arena, der Pokal-Gewinn und nun auch der erste Meistertitel – seinem Nachfolger und ERC-Präsidenten Christian Lösel den Vortritt ließ. Nach dem alle Spieler mit einer goldenen Medaille dekoriert und die letzten Dankesworte des neuen ERC-Geschäftsführers Claus Gröbner verkündet waren – war es um kurz nach 15 Uhr endlich soweit: Die Meistermannschaft präsentiert auf dem Rondell des Neuen Rathauses den Pokal den Fans.

In einer Achterbahn-Saison inklusive Fanboykott nun die süße Titel-Versöhnung, die ausgelassen gefeiert wurde.

Nach Meistermacher und Trainer Niklas Sundblad – sein Verbleib in Ingolstadt ist noch Verhandlungssache – durften alle Spieler den Pott den begeisterten Fans vorführen, eine einzige Bierdusche für Sundblad zeigte aber eindeutig – hier ist noch viel Steigerungspotential.

Die Stimmung zwar ausgelassen – aber auch ein gutes Stück Melancholie schwingte mit. Mindestens acht Spieler – die Dunkelziffer wird aber weit höher liegen – werden die Meister-Mannschaft verlassen, darunter auch der Kapitän.

Tyler Bouck beendet nach zahlreichen Verletzungen seine Karriere, mit dem Titel als Sahnehäubchen: „Wie die Fans uns hier unterstützt haben ist unglaublich. Wir hatten viele Problem und auch schlecht gespielt in dieser Saison, aber das zählt jetzt alles nicht mehr. Wir haben gewonnen und sind nun einfach nur überglücklich“.

Und auch der Rekordpanther sagt mit dem Pokal in der Hand Servus. Nach 572 Spielen im ERC-Trikot wechselt Jakub Ficenec nach Düsseldorf, sein Trikot wird aber noch unters Hallendach der Saturn-Arena gezogen. „Es ist einfach unglaublich, hier vor ganz Ingolstadt zu stehen. Die Mannschaft und die Fans haben sich das verdient und ich wünsche allen einfach das Beste für die Zukunft“. Und den emotionalen Abschiedsworten von Mister ERC ist nichts mehr hinzuzufügen.