Osram-Mitarbeiter in Eichstätt verunsichert

Eichstätt (intv) Wenn Sie in Los Angeles, in Stockholm oder in Ingolstadt ins Kino gehen, die Kinolampen stammen aus Eichstätt. 100.000 solcher XBO-Leuchten will Osram heuer im Altmühltal herstellen. Der Betriebsrat und die IG Metall fordern eine Standort- und Beschäftigungssicherung für das Eichstätter Werk – denn ein möglicher Finanzinvestor möchte einsteigen. Dazu schaltet sich jetzt auch die Politik mit ein. Nach einem Rundgang im Inneren informieren der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Bernhard Stiedl und die beiden Abgeordneten Tanja Schorer-Dremel (CSU) und Reinhard Brandl (CSU) die Presse vor dem Werktor.

„Die Belegschaft ist verunsichert, es soll ein Finanzinvestor mit einsteigen. Ich sehe das sehr kritisch, denn wir von der IG Metall haben die Erfahrung gemacht, wenn Investoren einsteigen, haben die nicht unbedingt langfristig die Zukunft des Unternehmens im Blick, die wollen ihr investiertes Geld möglichst schnell wieder bekommen, da wird immer sehr viel Druck auf die Belegschaft ausgeübt. Und das ist auch ein Grund, warum wir ein stückweit drängen, wir brauchen eine Standort- und Beschäftigungssicherung, weil wir nicht wissen, wie der Investor agiert“, erklärt Bernhard Stiedl.

Genau das ist der IG Metall bei der abgespaltenen Firma Ledvance in unmittelbarer Nachbarschaft mitsamt Tarifvertrag gelungen. Noch hat Osram nicht auf die Forderungen der IG Metall reagiert. Die 170 Beschäftigten in Eichstätt können allerdings auf die Unterstützung der Politik bauen. „Am besten kann man mithelfen, indem man die Besonderheit des Standortes, der Produktion und der qualifizierten Fachleute sowohl in die bayerische Landespolitik und in die Bundespolitik mitträgt. Dass wir betonen, was wir hier in Eichstätt für ein hochwertiges Produkt für die Welt produzieren“, so Schorer-Dremel. „Wir wollen ein Zeichen setzen mit unserem Besuch, dass wir als politisch Verantwortliche hinter diesem Standort stehen. Bei Ledvance ist es uns gelungen, für die nächsten Jahre Sicherheit zu bekommen, das wollen wir auch für das Osram-Werk“, betont Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl.

Der Besuch der Politik – ein sanfter Druck in Richtung Konzernleitung. Die IG Metall kann auch anders, das hat sie in der Vergangenheit in Eichstätt mehrfach bewiesen.