Ohne sie rollt nichts: Fahrdienstleiter bei der Bahn treffen Entscheidungen im Minutentakt

Ingolstadt (intv) Direkt hinter dem Ingolstädter Hauptbahnhof rollen Güterwagen ganz ohne Lok einen Berg hinunter. Sie werden nur mit Weichen auf verschiedene Gleise verteilt. Solche Abrollberge gab es in Bayern früher oft. Heute sind nur noch wenige Anlagen in Betrieb, eine davon Ingolstadt. Gesteuert wird sie von hoch über den Schienen. Im Stellwerk arbeiten die Fahrdienstleiter, die den gesamten Verkehr auf allen 19 Gleisen regeln. Ohne sie rollt im Bahnhof nichts.

600 Züge durchfahren Ingolstadt pro Tag, hinzu kommen 800 Rangierfahrten. Die Fahrdienstleiter steuern sie an großen Pulten mit unzähligen Lichtern und Knöpfen. Peter Borrmann hat die rund dreijährige Ausbildung bereits abgeschlossen. Ihm macht vor allem das Verteilen der Züge Spaß.  „Man muss genau und gründlich arbeiten“, erklärt der 24-Jährige. „Man hat eine sehr hohe Verantwortung und da muss man wirklich sehr genau aufpassen, was man macht.“

Wer sich für den Job entscheidet, hat gute Aussichten: Die Deutsche Bahn bietet ihren Azubis eine Übernahmegarantie. Vorher werden die Bewerber allerdings mit psychologischen und gesundheitlichen Tests genau geprüft.

„Als Fahrdienstleiter sollte man Entscheidungsfreudigkeit mitbringen“, sagt Stellwerkleiter Rainer Pudlo. Auch Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit seien wichtig. Fahrdienstleiter müssen außerdem dazu bereit sein, auch nachts und am Wochenende zu arbeiten.