Oh Tannenbaum ein Weihnachtstraum

Neumarkt (intv) Der geschmückte Tannenbaum gehört zu Weihnachten, wie die Krippe und die festlich verpackten Geschenke. Um zu erforschen, seit wann es diesen weihnachtlichen Brauch gibt, muss man viele alte Urkunden wälzen. Besonders im Elsass sind davon einige zu finden. So ist hier bereits 1521 festgehalten, dass jedem Bürger ein Tannenbaum zustehe. Allerdings konnte sich das damals nur das reiche Bürgertum leisten. Und 1539 ist urkundlich belegt, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Auch in einer Bremer Zunftchronik aus dem Jahr 1570  wird von einem kleinen Tannenbaum berichtet, der geschmückt mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen im dortigen Zunfthaus aufgestellt wurde. Auch in Bayern setzte sich der geschmückte Tannenbaum durch, wie eine Geschichte aus dem Jahr 1590 beweist. Darin festgehalten der Jähzorn eines Pfarrers im niederbayerischen Schwarzach, der den geschmückten Baum als Rute für die Ministranten einsetzte und dabei auch noch kräftig fluchte. Ob der Tannenbaum die Attacke überlebt hat, ist allerdings nicht überliefert.