„Oh du Fröhliche“ für Bass und Tenor

Ingolstadt (intv) Die einen hetzen von Geschäft zu Geschäft, die anderen bummeln. So oder so, in der Ingolstädter Fußgängerzone waren am Wochenende viele unterwegs, um in letzter Minute noch das ein oder andere passende Geschenk für seine Lieben einzukaufen. Doch nachmittags um drei Uhr hielten die meisten Passanten am Schliffelmarkt inne und stimmten in bekannte Weihnachtslieder mit ein. Denn als Premiere versüßte ein Zusammenschluss aus Männerchören den Ingolstädtern den Weihnachtseinkauf.

„Mitsingen ausdrücklich erwünscht.“ Dieser Bitte kamen die Ingolstädter und auch Touristen in der Fußgängerzone gerne nach. Etwa 70 Männer aus verschiedenen Männerchören der Region gaben den Ton an. Geprobt wurden die eingängigen Stücke bereits vor Wochen in den einzelnen Gesangvereinen, im Zusammenklang aber nur eine Stunde vor dem Auftritt, verrät Martin Dick, Vorsitzender des Sängerkreises Donau-Altmühl, ein Zusammenschluss von Chören aus Ingolstadt und dem Raum Eichstätt. „Für die Lieder wurden extra einfachere Sätze geschrieben, für bekannte Weihnachtslieder wie ‚Alle Jahre wieder, Es wird scho glei dumpa oder Es ist ein Ros‘ entsprungen‘, einfach Sätze, die relativ leicht singbar sind und auch schnell einstudiert werden können“, so Dick.

Für die musikalische Begleitung am Klavier sorgte Eva-Maria Atzerodt, unterstützt von Chorleiterin Cosima Hensel-Grosch. Ein Solo durfte dann aber eine Frau zum Besten geben: Die Sopranistin Agnes Preis sang das „Ave Maria“ von Bach/Gounod.

Das Weihnachtssingen am Schliffelmarkt war Idee und Wunsch des Stadtoberhaupts höchstpersönlich: „Wie Sie ja wissen, haben wir viel Mühe hineingesteckt in den Christkindlmarkt, in die Eislauffläche am Paradeplatz, in den Weihnachtsweg, den Krippenweg und viele weitere Maßnahmen und das Weihnachtssingen soll sozusagen der krönende Abschluss sein, es ist auch diesmal ein Versuch, weil es eine Premiere ist, aber Ihre zahlreiche Anwesenheit zeigt bereits, dass es Sie offensichtlich interessiert“, freut sich Oberbürgermeister Christian Lösel. Der musste sich dann auch selbst als weihnachtlicher Barde behaupten und teilte sich eine Gesangsmappe mit Stadtratskollege Manfred Schuhmann.

Martin Dick ist überzeugt: Nach dieser fulminanten Einstimmung auf Weihnachten werden sich die Männerchöre nun vor Zulauf kaum retten können.