Obduktionsergebnis im Mordfall Franziska: Rechtsmediziner hat etwas vergleichbares noch nicht gesehen

Ingolstadt (intv) Der siebte Verhandlungstag im Mordfall Franziska. Am Landgericht Ingolstadt saßen heute zwei der Rechtsmediziner auf der Zeugenbank, die Franziskas Leiche obduzierten. Anhand der Ergebnisse wurde klar, wie massiv und grausam der mutmaßliche Mörder Stefan B. die 12-jährige geschändet haben muss. Im Gerichtssaal ist das Interesse am Mordprozess ungebrochen hoch. Und was die Zuschauer heute zu hören bekamen, sorgte über weite Strecken für entsetzte Gesichter. Der Münchner Rechtsmediziner Dr. Randolph Penning obduzierte im Februar 2014 die Leiche der 12-jährigen Franziska aus Möckenlohe. Laut seinem Ergebnis waren die Verletzungen am Körper der ermordeten Franziska zahlreich und das in diesem Zusammenhang am häufigsten verwendete Wort war „massiv“. Der erfahrene Sachverständige erzählte von brutalen Verletzungen im Intimbereich und den extremen Verstümmelungen am Kopf. Am Ende kam er zu dem Schluss, dass die massiven Verletzungen das zum Töten erforderliche Ausmaß bei weitem überschritten und ihm etwas vergleichbares aus seiner bisherigen Laufbahn nicht bekannt sei. Der zweite Experte Doktor Jiri Adamec analysierte damals die verschiedenen Blutspuren und versuchte so den Tathergang zu rekonstruieren. Der Kopf des kleinen Mädchens wies demnach Spuren multipler Gewalteinwirkungen auf. Der Sachverständige machte deutlich, dass Stefan B. öfters als die von ihm gestandenen zwei Mal zugeschlagen haben muss. Unklar bleibt wie sehr und wie lange Franziska der grausamen Misshandlung ihres Peinigers ausgesetzt war und wie viel sie davon mitbekommen hat. Aufgrund der Handyaktivität von mutmaßlichem Täter und Opfer gehen die Rechtsmediziner von einem Zeitfenster von zweieinhalb Stunden aus. Die Analyse der Verletzungen deutet allerdings darauf hin, dass Franziska zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde den Misshandlungen ihres Peinigers ausgesetzt gewesen sein könnte. Zweifelsfrei fest steht dagegen die Todesursache: ein schweres Schädelhirntrauma durch stumpfe Gewalteinwirkung. Nächster Verhandlungstag ist der 13. April. Das Urteil wird Ende Mai erwartet.