Noch ein Softwarefehler: Dieselskandal bestimmt Audi Hauptversammlung

Ingolstadt (intv) Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat Audi heute (09-05-2018) stark kritisiert. „Dass auch bei so neuen Modellen Betrugssoftware verbaut worden sein soll, finde ich – wenn es denn zutrifft – absolut empörend“, sagte Schulze dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Audi-Chef Rupert Stadler musste bei seiner Rede am Vormittag also wieder Zahlen und Zukunftpläne zurückstellen, um sich zu entschuldigen.

„Der Arbeitsfehler in einer unserer Fachabteilungen ist gravierend. Allerdings ist die Funktion, um die es geht, keine neue Manipulationssoftware.“, sagte Stadler auf der Hauptversammlung. Der Softwarebaustein sei den Behörden schon längere Zeit bekannt. Leider habe man versäumt, ihn zu entfernen.

Diesmal geht es um ein Modell, das eigentlich als besonders sauber galt: Der A6 mit dem V6-Turbodieselmotor und der Abgasnorm Euro 6. Hier hat Audi selbst eingestanden einen Softwarefehler entdeckt zu haben, welcher letztendlich für höhere Abgaswerte als angegeben sorgt.

Die Produktion des eh auslaufenden Modells wurde umgehend gestoppt. Ein Software-Update soll in Kürze dem Kraftfahrtbundesamt zur Freigabe vorliegen.

Stadler bedauerte die Unsicherheit und den Ärger für die Kunden und die Mitarbeiter. Dabei habe das Unternehmen in den vergangenen Monaten in der Abteilung Entwicklung und Antriebe das Mehr-Augen-Prinzip gestärkt und die Verhaltensregeln überarbeitet. „Integrität steht dabei ganz oben. Moralisch und rechtlich einwandfreies Handeln.“, so Stadler.

Einwandfrei war das Handeln zuletzt wohl nicht. Die neuen Erkenntnisse sind inzwischen auch Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Audi sicherte zum wiederholten Mal zu, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Bei den Aktionären ist die Stimmung trotz des guten Jahresergebnisses gemischt. Einige sehen Stadler nicht mehr lange an der Spitze des Konzerns. Dass die Aktionäre nicht komplett hinter dem Vorstand stehen, zeigte sich heute auch bei der Abstimmung. So mancher hat da dem Vorstand die Entlastung verweigert.