Neustart für die SPD?

Ingolstadt (intv) Gestern Abend, kurz nach 18 Uhr. Die Sozialdemokraten in Ingolstadt trauen ihren Augen kaum, starren auf die Leinwand, in der Hoffnung, die Zahlen könnten sich dadurch nochmal ändern. Doch recht viel mehr als 20 Prozent werden es nicht, da hilft am Ende nur ein kräftiger Schluck Bier. Nach dem ersten Schock zieht Bundestagskandidat Werner Widuckel Bilanz.
Die große Koalition sei abgewählt, die einzig richtige Lösung sei es jetzt, in die Opposition zu gehen. „Ich habe das im Straßenwahlkampf gemerkt – wir haben auf der einen Seite in der großen Kolation viele gute Themen umgesetzt, wie den Mindestlohn, das Lohngleichheitsgesetz, die Regulierung von Leiharbeit oder die Mietpreisbremse. Auf der anderen Seite haben mir aber auch viele gesagt, wir erwarten von der SPD mehr, wenn man über soziale Gerechtigkeit spricht“, so Widuckel.

Nun heißt es, die verlorenen Wähler wieder zurück zu gewinnen. In Ingolstadt eine große Herausforderung, denn hier rutschen die Sozialdemokraten auf ein historisch schlechtes Ergebnis von gut 13 Prozent. Besonders bitter für Werner Widuckel, der im vergangenen Jahr intensiven Wahlkampf betrieben hat. Für ihn eine sehr lehrreiche Zeit: „Ich war sehr erschrocken über die Erbitterung und Verbitterung, die Menschen aufgrund ihrer sozialen Lebenslage haben. Ich war aber auch erschrocken von Menschen, denen das völlig gleichgültig zu sein scheint, dass es Armut in diesem Land gibt und dass das keine Randerscheinung mehr ist“.

Um so wichtiger sei es deshalb jetzt, dass die Politik mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tut. Ein Kernthema der SPD, auf das sich die Partei jetzt wohl wieder mehr zurück besinnen kann.