Neun Wisente am Haus im Moos geboren

Kleinhohenried (intv) Die größte Wisentherde Süddeutschlands ist ab sofort noch größer, denn das Haus im Moos ist seit kurzem eine „wilde Kinderstube“: Neun Kälbchen tummeln sich derzeit auf den Weiden im Donaumoos. Zur Welt gekommen sind sie zwischen Ende Juni und Mitte August. Damit verfügt die Einrichtung, die mittlerweile eines von vier deutschen Regionalzentren für Wisentzucht ist, über insgesamt 30 der stolzen Tiere.

Gezeugt wurden die fünf weiblichen und vier männlichen Jungwisente von zwei Zuchtbullen, die im September 2014 aus dem Osnabrücker Zoo zum Haus im Moos gebracht wurden. Die beiden Wildtiere namens Eggeprinz und Fahang sind Nachfahren der einst letzten in Freiheit lebenden Wisente Europas und gelten als genetisch besonders wertvoll. Ihre neun Kinder sind allesamt wohlauf und halten sich derzeit noch ganz in der Nähe der Muttertiere auf, erklärt Christian Färber vom Donaumoos-Zweckverband: „In der ersten Zeit ernähren sie sich ausschließlich von Muttermilch. Jetzt fangen sie schon langsam an, Gras zu fressen“.

Freude über den Nachwuchs herrscht auch beim Leiter der Umweltbildungsstätte Haus im Moos. „Wenn man die Jungtiere munter in der Herde mitlaufen sieht – das ist schon toll“, so Pankraz Wechselberger. Vor allem Kinder versuchen, einen Blick auf die scheuen Wisente zu werden. Mit etwas Glück kann man sie direkt an der Holzumzäunung antreffen. Auch ein Fernrohr steht zur Beobachtung zur Verfügung.

Die „Familienplanung“ der Herde dürfte für dieses Jahr abgeschlossen sein, vermutet Wisentbetreuer Alfred Wiedmann. „Eine Kuh könnte noch trächtig sein, das wissen wir nicht genau“, so Wiedmann. Aufgrund des mächtigen Körperbaus von Wisenten ist dies allgemein schwer erkennbar. Für kommendes Jahr rechnet man am Haus im Moos mit weiterem Nachwuchs. „Das verlangt von uns viel Planungsarbeit“, sagt Projektbetreuer Christian Färber. Denn geschlechtsreife Bullen müssen aus der Herde genommen werden, um Inzucht zu vermeiden. „Wir suchen jetzt schon Abnehmer für sie“, so Färber.

Sehen kann man die Wisente täglich (außer montags) bis 17:00 Uhr im Freilichtmuseum Haus im Moos. Auch beim Museumsfest am 13. September werden die Tiere sicherlich eine zentrale Rolle spielen. Der Donaumoos-Zweckverband bietet sogar Wisent-Patenschaften an, um das Wisentprojekt am Haus im Moos langfristig zu sichern.