Neuburger Geschwader ab September im Baltikum stationiert

Neuburg (intv) Der Neujahrsempfang beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg fand heuer in besonderem Rahmen statt mit einem besonderen Gast. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner kam persönlich vorbei und eröffnete die Militärgeschichtliche Ausstellung. Natürlich gab es auch einen Blick auf das Jahr 2018.

Und das Geschwader hat in diesem Jahr einiges vor. Ab September wird die Neuburger Flotte die Sicherung des Luftraums im Baltikum für die NATO übernehmen. Die Neuburger Flieger werden in Estland stationiert sein. Der Schwesterverband in Nörvenich bei Köln wird zeitweise die Luftsicherung im süddeutschen Raum übernehmen.

Außerdem werden die Neuburger Eurofighter bald auch als Ersatz für die Jagdbomber vom Typ Tornado eingesetzt. Das bedeutet: mögliche Angriffsziele liegen nicht mehr nur in der Luft, sondern auch am Boden, so Kommodere Oberst Thomas Früh in seiner Ansprache. Dazu steht in den kommenden Monaten die Ausbildung der Piloten, Soldaten und Techniker im Vordergrund.

Generalleutnant Karl Müllner brachte als Inspekteur der Luftwaffe die offizielle Genehmigungsurkunde für die Militärgeschichtliche Ausstellung mit. Die zeigt auf etwa 2000 Quadratmetern die Geschichte des Bundeswehrstandorts Neuburg ab 1912. Aufgebaut von Soldaten in ihrer Freizeit, die auch besonders auf kleine Details geachtet haben.

Generalleutnant Müllner ist als ehemaliger Kommodore selbst Teil der Ausstellung und zeigte sich begeistert. Neben Wilhelm Frankl – dem Namensgeber der Kaserne in Grünau – ist auch Werner Mölders eine Sektion gewidmet, der für das NS-Regime gekämpft hatte. Der umstrittene Kriegsheld habe sich das verdient, findet Müllner. Denn er gehöre zur Geschichte und das sollen Soldaten und Besucher der Ausstellung sehen.

Die Ausstellung ist nur für Besuchergruppen geöffnet. Eine Anmeldung beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 ist notwendig.