Nahwärmeprojekt mit Vorbildfunktion

Neuburg a.d. Donau (intv) Statt Industriewärme mit mehr als 360° in die Luft zu blasen, wird sie in Neuburg effektiv genutzt. Die Abwärme beispielsweise von Saint Gobain Verallia, oder bald von der Firma Rockwool, wird abgefangen und über ein Nahwärmenetz an Abnehmer wie die Luftwaffe, Audi Experience oder Donaumalz weitergeleitet. Energiewende vor Ort, das lobt auch der Bund Naturschutz, allen voran Herbert Barthel und Günter Krell vom Bund Naturschutz. Aus Sicht des Verbands hat das Nahwärmeprojekt der Stadtwerke ökologischen Vorbildcharakter. „Hier wird eine ganz große Menge fossiler Energieträger eingespart und nicht verbraucht. Das ist Wärme, die sonst in die Luft geblasen wird, leider 45 Jahre lang so geschehen, nun aber kommt sie bei den Haushalten und anderen Unternehmen an“, heißt Günter Krell, Vorsitzender der Bund Naturschutz Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen das Nahwärmeprojekt der Stadtwerke gut.

Nicht nur die Industrie profitiert, auch private Haushalte wollen die Stadtwerke Zug um Zug mit Strom und Wärme versorgen, 850 sind bereits an Bord, so Stadtwerkechef Richard Kuttenreich. Das Nahwärmenetz soll stetig ausgebaut werden. Rund 12 Kilometer Wärmeleitung sind bereits verbaut worden, etwa 10 Millionen Euro investiert die Stadtwerke jährlich in das Mammutprojekt. „Wie können wir uns noch einen günstigeren Wärmepreis liefern? Ich denke da können wir nachhaltig, gut 20 Jahre sicher für uns Neuburger einen sehr stabilen Energiepreis garantieren. Durch diese Kopplung von Blockheizkraftwerk und der Abwärme“, so Kuttenreich, Leiter der Stadtwerke Neuburg.

Als Vorbild für andere Kommunen in Bayern sieht der Bund Naturschutz das Nahwärmeprojekt an. Das hört natürlich auch Neuburgs Oberbürgermeister gern:

Ich halte es für sehr wichtig, dieses Konzept auch in andere Kommunen zu transportieren. Das man einiges tun kann, um Energie vor Ort für die Verbraucher zu produzieren. Es geht nicht nur um Strom, sondern vor allem auch um Wärme“, betont OB Gmehling.

Neuburg hat sich große Ziele gesteckt. Bis 2020 will die Stadt 30 Prozent ihrer CO2-Emissionen einsparen. Mit dem Nahwärmeprojekt ist sie laut Bund Naturschutz auf dem besten Weg dazu.