Nach „SchrannenArt 102“ folgt Standortsuche

Schrobenhausen (intv) Es ist eine Ausstellung mit Abschieds-Charakter: Letztmalig präsentiert der Kunstverein Schrobenhausen eine Ausstellung in der Hinterhof-Galerie der Liebfrauengasse 5. Ab August müssen sich die Kunstschaffenden eine neue Bleibe suchen.

Die Ausstellung unter dem Titel „SchrannenArt 102“ besteht überwiegend aus Gemälden und Zeichnungen, jedoch ist auch ein Glasobjekt von Brigitte Schuster vertreten. „Das Motto haben einige Künstler auch in ihren Bildern aufgegriffen“, sagt Kunstvereinsvorsitzende Jutta Gütermann. So hat der Hobbymaler Dieter Bauer seine Bilder in 102 Quader aufgeteilt, auf denen Mäuse sitzen. „Das passt ganz gut, denn jedes Bild kostet 102 ‚Mäuse‘ – wir wollen Kunst erschwinglich machen“, so Gütermann.

Erstmals mit dabei waren auch französische Künstler aus Schrobenhausens Partnerstadt Thiers. Die Bilder zeigen unter anderem Motive aus ihrer Heimat. „So ein Austausch ist sehr interessant, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht“, sagte der Präsident des Thiernoiser Kunstvereins „l’Atelier“, Maurice Guery, bei der Vernissage. „Es entsteht eine Art Diskurs, der auf nichtsprachlicher Ebene stattfindet“.

Zu sehen sind bei der Ausstellung auch Bilder von Marina Abstreiter, die mit 20 Jahren eines der jüngsten Mitglieder des Kunstvereins ist. „Ich male seit ich elf bin, überwiegend surrealistisch und Öl auf Leinwand“, so die junge Frau. Im Rahmen des Projektes „Patenschaft für junge Kunst“ konnte sie kürzlich zusammen mit der Schrobenhausener Künstlerin Angelika Schweiger zahlreiche Werke in einer Gemeinschaftsausstellung präsentieren. „Durch die Kunstpatenschaft kann ich meinen Stil weiterentwickeln“, sagt Abstreiter.

Die Zukunft des Kunstvereins ist im Moment jedoch ungewiss: Zeitgleich zur Konzipierung der Ausstellung SchrannenArt machte man sich bereits auf die Suche nach einem neuen Mietobjekt, denn die Räumlichkeiten in der Liebfrauengasse wurden überraschend seitens des Vermieters gekündigt. „Wir müssen jetzt improvisieren, denn es stehen dieses Jahr noch mehrere Ausstellungen an“, so Jutta Gütermann. Das neue Objekt sollte von der Größe her ähnlich dimensioniert und ebenfalls innenstadtnah sein. „Über Vorschläge freuen wir uns natürlich“, so die Vereinsvorsitzende.