Nach Finanzskandal: Bistum Eichstätt in der Offensive

Eichstätt (intv) Das Bistum Eichstätt befindet sich in der Transparenzoffensive. Nach dem Handelsgesetzbuch legt die Diözese um Bischof Gregor Maria Hanke erstmals ihre Finanzen offen. Im Zuge des Finanzskandals, bei dem bis zu 50 Millionen Euro in dubiose Immobiliengeschäfte in den USA veruntreut wurden, ist das Bistum bemüht, Vertrauen zurückzugewinnen.
„Der aktuelle Stand der US-Darlehen sieht so aus: 24,4 Millionen US-Dollar sind zur Zahlung offen, aber noch nicht beglichen, und 29,6 Millionen US-Dollar offen, aber noch nicht fällig. Rund sechs Millionen Dollar wurden in Summe zurückgeführt. Wir gehen vom „worst case“ aus und rechnen mit einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe, so der neue Finanzdirektor, Florian Bohn. Das Bistum will in Finanzfragen ab jetzt auf Nummer Sicher gehen und zieht auch externe Berater hinzu.

Die Bilanzsumme der Diözese liegt zum Jahresende 2017 bei knapp 610 Millionen Euro. Bischof Gregor Maria Hanke will künftig mehr in Herz und Köpfe investieren, als in Beton und Stahl:

„Für die geistliche Fort- und Weiterbildung. Das Bauwesen wird nicht mehr so sehr geprägt sein von Neubauten, eher von Bauerhalt. Wir werden auch Immobilien reduzieren müssen, weil uns sonst diese Last stranguliert und wir sonst in der Seelsorge am Ende des Tages nicht mehr handlungsfähig sind“, erklärt Hanke.

Die Kirche muss haushalten: Laut Prognosen soll die Zahl der Katholiken im Bistum Eichstätt in den nächsten 10 Jahren um bis zu 20 % sinken, und damit auch die Kirchensteuereinnahmen. Knapp 122 Millionen nahm die Diözese vergangenes Jahr an Steuern ein.