Mythos Hinterkaifeck: Ausstellung im Bayerischen Polizeimuseum

Ingolstadt (intv) Hinterkaifeck: Einer der spektakulärsten und geheimnisvollsten Morde der Neuzeit in Bayern. 1922 wurden 6 Menschen auf einem Einödhof brutal ermordet. Ein Fall, der bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Bis heute lässt der Sechsfachmord sowohl professionellen Ermittlern und Hobbydetektiven keine Ruhe. Das Bayerische Polizeimuseum im Ingolstädter Klenzepark zeigt ab morgen neue Ergebnisse und Originalakten.

Bücher, Filme, Dokumentationen beschäftigten sich bereits mit dem Fall „Hinterkaifeck“. Die Ausstellung soll jedoch einen andereren Aspekt beleuchteten und beschäftigt sich mit der Polizeiarbeit damals: „Was hat die Polizei vorgefunden, was hat sie unternommen am ersten Tag“, sagt Mitorganisator Olaf Krämer.

Etwa sechs Kilometer von Schrobenhausen entfernt, geschah das Verbrechen, das bis heute Rätsel aufgibt. Nur ein Gedenkstein erinnert daran.

Schon bei der Spurenaufnahme stieß die Polizei auf Probleme, da bereits viele Leute am Tatort waren – Nachbarn, Bekannte, Neugierige – erzählt Olaf Krämer: „Forensiker sagen heutzutage, das war eine forensische Katastrophe.“

Die Polizei griff dann zu aus heutiger Sicht ungewöhnlichen Methoden – trotz einiger Vorbehalte. Es sei damals in den 20er Jahren nicht unüblich gewesen Wahrsager bei der Polizeiarbeit zu Hilfe zu holen. So habe man auch den Schädel eines der Opfer zu einem Medium nach Nürnberg geschickt.

Die meisten der Akten zum Fall „Hinterkaifeck“ waren in Augsburg aufbewahrt gewesen, doch wurden sie 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Viele konnten zwar von anderer Seite wieder zusammengeholt werden, doch einige blieben verloren. Mitglieder des Netzwerks hinterkaifeck.net, die auch hauptsächlich die Ausstellung organisiert haben, konnten bei ihrer Recherche bisher unbekannte Akten finden. Bei hinterkaifeck.net tragen Hobby-Ermittler und Polizeibeamte in ihrer Freizeit Informationen und neue Erkenntnisse zu „Hinterkaifeck“ zusammen.

Rätsel gab auch die Tatwaffe auf: Der Gerichtsmediziner konnte die Wunden an den Köpfen der Opfer zuerst nicht zuordnen. Erst als die Tatwaffe, eine Hacke, gefunden wurde, konnte er die seltsamen viereckigen Verletzungen erklären. Der Täter hatte seine Opfer mit der Rückseite der Hacke erschlagen; dort war eine viereckige Schraube.

Der Eintritt zur Ausstellung im Turm Triva kostet 6 Euro und beinhaltet auch den Eintritt zur Dauerausstellung des Bayerischen Polizeimuseums.