Musikalische Symbiose zwischen Bayern und der Türkei

Schrobenhausen (intv) Bayern trifft Türkei: Das Musikfest „Bavaturka“ hat am Freitagabend das Schrobenhausener Publikum mit auf eine musikalische Reise genommen. In der voll besetzten Dreifachturnhalle war die Unterbiberger Hofmusik zu Gast, die mit ihrem Programm eine ganz besondere Form der Völkerverständigung betreibt. Gesungen wurde auf bayerisch und türkisch; Instrumente wie die orientalische Oud kamen dabei ebenso zum Einsatz wie Trompeten, Posaunen oder das klassische bayerische Akkordeon.

„Musik ist eine universelle Sprache, die aus puren Emotionen besteht“, sagte Ensembleleiter Franz Himpsl. „Man muss dazu nicht viel lernen, sondern einfach offen sein“, so der Münchener, der selbst seit drei Jahren türkisch lernt und in der Türkei viele Kontakte pflegt.

Unterstützung bekamen die Musiker bei ihrem Auftritt von über 200 Schülerinnen und Schülern aus Schrobenhausen. Diese hatten in wochenlangen Workshops Lieder in zwei Sprachen einstudiert. Eine der Musiklehrerinnen: Rita Brunner, die zugleich Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Volksmusik an Schulen in Bayern ist. „Man hat ja überall Kontakt mit Menschen, die ihre Wurzeln woanders haben“, so Brunner. Gerade die türkische Musik sei von den Melodien und Rhythmen her besonders reizvoll, „fast wie beim Zwiefachen“.

Auch Aykan Inan war zu dem Konzert nach Schrobenhausen gekommen. Der Beauftragte für kulturelle und religiöse Angelegenheiten in Bayern fungiert als Schnittstelle zwischen Deutschen bzw. Christen und den Mitgliedern der DITIB-Gemeinden. „In Bayern wohnen mehrere zehntausend Türken, darum sind solche Abende ganz wichtig“, sagte Inan bei der Eröffnung des Konzertabends.

Das Projekt Bavaturka ist mittlerweile auch über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Die Unterbiberger Hofmusik war damit sogar schon bei Bundespräsident Gauck im Schoss Bellevue zu Gast.