Sachverständige und Zeugen sagen aus

Ingolstadt (intv) Auch heute musste sich Stefan S. vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Er soll am 13. Juli 2013 aus Habgier in einem Pfaffenhofener Getränkemarkt den Marktleiter mit mehreren Messerstichen getötet haben.

Heute am siebten Verhandlungstag sagten ein Beamter der Kripo Ingolstadt und ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes aus. Beide hatten die Mobilfunkdaten des Angeklagten ausgewertet.

Außerdem wurde auch die ehemalige Freundin von Stefan S. und Mutter seiner Tochter in den Zeugenstand gerufen. Sie berichtete über den Kontakt zum Angeklagten vor und nach dem Tatzeitpunkt und die allgemeinen Lebensumstände des 39-Jährigen. Sie hätten am Samstag, am Tag des Verbrechens, mehrmals telefoniert. Am 16. Juli hätten sie das gemeinsame Kind sogar aus der Kita abgeholt. Anschließend habe der Angeklagte mit seiner Tochter im Sandkasten gespielt.

„Er liebt seine Tochter über alles“, teilte die Zeugin unter Tränen dem Gericht mit. Die Beziehung zwischen den beiden sei sehr innig gewesen. Die Tochter frage täglich nach ihrem Vater. Der Angeklagte kämpft in diesem Moment mit seinen Emotionen und schließt die Augen.

Vom Gericht danach gefragt, antwortet die Zeugin, dass sie ihrem Exfreund, den sie als sehr hilfsbereit und tierlieb beschreibt, das Verbrechen nicht zu traue. „Ich konnte es im ersten Moment nicht glauben.“

Das Paar hatte sich bereits im März 2013 getrennt.

Die Frau berichtet auch über die Spielsucht des Angeklagten, drei abgebrochene Therapien und rund 80.000 Euro Schulden sowie mehrere Arbeitsplatzwechsel. Ständig seien Brief von Gläubigern eingetroffen, die ihr Exfreund nie geöffnet habe. Außerdem habe er sich regelmäßig am gemeinsamen Konto bedient.

Erst im August 2010 habe der Angeklagte ihr seine Spielsucht offenbart.

Das Paar hatte sich 2002 kennengelernt und war im Juli 2005 in eine gemeinsame Eigentumswohnung gezogen.

Sie habe am Schluss jede Aussage von Stefan S. angezweifelt. „Warum tue ich mir das eigentlich noch an“, habe sie sich damals regelmäßig gefragt.

Auch mit dem Unterhalt für die gemeinsame Tochter war der Angeklagte drei Monate im Rückstand.

Einen Tag nach der Tat aber habe der Vater von Stefan S. der Zeugin ein Kuvert mit Geld übergeben. Darin befanden sich 675 Euro für den Unterhalt.

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