Mobilitätshelfer vor dem Aus

Ingolstadt (intv) Heute ist Alfons Kopetz aus Ingolstadt dankbar und überglücklich, dass er mit seinem Hund Scotty wieder unbeschwert Gassi gehen kann. Denn vor gut zwei Jahren war das nahezu unmöglich. Bei dem 56-Jährigen wurden zwei Tumore am linken Bein festgestellt – Kopetz konnte nicht mehr laufen und war auf fremde Hilfe angewiesen. In dieser schwierigen Zeit hat er Unterstützung von den Ingolstädter Mobilitätshelfern bekommen. Für ihn eine wichtige Hilfe: „Ich hätte sonst nicht mehr aus dem Haus gehen können, weder zum Einkaufen noch zum Arzt oder sonst wohin“, so Kopetz.

Er ist einer von mehr als 3000 hilfsbedürftigen Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren von den Mobilitätshelfern betreut wurden. 2015 wird es dieses Angebot allerdings so nicht mehr geben. Der Grund: Das bundesweit geförderte Programm für Langzeitarbeitslose läuft in diesem Jahr aus – die Stadt möchte das Projekt nicht mit eigenen Steuermitteln weiterführen. Stattdessen haben sich die Stadträte für ein anderes Modell entschieden. Dabei handelt es sich um ein gefördertes Arbeitsmarktmodell für Langzeitarbeitslose. Dennoch: Die Mobilitätshelfer sind zum neuen Jahr erst einmal arbeitslos. Und das stößt vor allem den Stadträten der Ingolstädter SPD sauer auf – haben sie sich doch dafür eingesetzt, dass das Projekt weiter geführt wird. Dafür müsste die Stadt allerdings 200.000 Euro pro Jahr aus eigener Tasche aufbringen. Dennoch: Stadtrat Thomas Thöne ist der Meinung, dass bei dieser Diskussion der Mensch im Mittelpunkt stehen soll. Denn Hilfsbedürftige hätten ohne die Mobilitätshelfer in Zukunft keine Chance, am alltäglichen Leben teilzunehmen. So wie Alfons Kopetz, der vor zwei Jahren nur durch die Unterstützung der „Engerl“ wieder auf die Beine gekommen ist und sich ins Leben zurück gekämpft hat.

Die Bürgerarbeiter sammeln am Samstag in „Vronis Ratschhaus“ in der Donaustraße Unterschriften für die Fortsetzung des Sozialprojekts.