Mit Schraubenzieher auf Kollegen losgegangen

Ingolstadt (intv) Er soll in der Arbeit mit dem Schraubenzieher auf zwei Kollegen eingestochen haben, als sie mit dem Rücken zu ihm standen. So die Anklageschrift gegen den 41-jährigen Jürgen K., der sich heute vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten musste. Gleich zu Beginn der Verhandlung hat der Industriemechaniker ein Schreiben vorgelesen, das er im Gefängnis angefertigt hatte. Damit wollte er sich einerseits entschuldigen, andererseits aber auch die Gründe für seine Tat erklären. Mehrfach habe der Angeklagte seine Vorgesetzten um eine Versetzung gebeten, weil er den Lärm in einer der Audi-Produktionshallen nicht mehr ertragen konnte. Weil das aber nicht genehmigt wurde, hat sich wohl nach und nach immer mehr Frust angestaut – bis er rot gesehen hat und auf die zwei Kollegen losgegangen ist. Auch die haben heute vor Gericht ausgesagt – sie gaben an, dass Jürgen K. bereits vor dem Vorfall negativ aufgefallen sei. So habe er öfter auf den Boden gespuckt, einige Kollegen hätten sich auch bedroht von ihm gefühlt. Dass Jürgen K. den Angriff mittlerweile aufrichtig bereut, wurde spätestens nach der Aussage eines Opfers deutlich – bei dem er sich nochmal persönlich entschuldigte. Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt alkoholisiert und hat Antidepressiva genommen. Seit August ist er in einem psychiatrischen Krankenhaus in Haar untergebracht.