Millionenprojekte im Schrobenhausener Stadtrat

Schrobenhausen (intv) Der starke Regen der vergangene zwei Tage ließ die Flusspegel der Region wieder deutlich ansteigen. Allein die Paar verzeichnete von Montag auf Dienstag ein Plus von mehr als eineinhalb Metern und überschritt damit Meldestufe eins. Grund genug für den Schrobenhausener Stadtrat, sich in Sachen Hochwasserschutz auf den neuesten Stand zu bringen. „Die Zeit drängt allmählich“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan. Sage und schreibe 20 Jahre ziehen sich die Planungen bereits hin, ein Ende und damit technischer Hochwasserschutz für Schrobenhausen ist aber immer noch nicht in Sicht. Im Innenstadtbereich sollen Dämme und Schutzmauern die Fluten abhalten, Retentionsflächen entstehen durch den Aufstau der Alten Paar. Die Ergebnisse einer öffentlichen Beteiligung wurden in die neuen Pläne mit eingearbeitet. „Von April bis Juni war die öffentliche Auslegung dieser Tektur in den betroffenen Kommunen, die Träger öffentlicher Belange wurden beteiligt und die Einholung des Gutachtens der Sachverständigen wurde in Auftrag gegeben“, informiert Jürgen Kögler, Sachbearbeiter Wasserrecht des Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen die Stadträte.

Die Kosten von circa zehn Millionen Euro würde sich die Stadt mit dem Freistaat Bayern teilen. Bis dahin können aber noch Jahre vergehen, auch mit Klagen seitens der Anwohner muss laut Kögler gerechnet werden. Nicht nur in Sachen Hochwasserschutz sei Eile geboten, auch das Planfeststellungsverfahren zur Ortsumgehung Mühlried müsse bis zum 1. September auf den Weg gebracht werden. „Weil jetzt mit Stichtag 1. September 2014 eine weitere Verschärfung des Umweltrechts im Raum steht, die sogenannte Kompensationsverordnung mit noch schärferen Vorgaben den Naturschutz betreffend. Alle Planungen, die vor diesem Stichtag bei der Regierung liegen, werden noch nach altem Recht bewertet“, gibt Bürgermeister Karlheinz Stephan seinem Gremium zu Bedenken.

Im Schnitt sollen dank der Nordost-Tangente vom Königslachener Weg bis zu B 300 etwa 4.000 Fahrzeuge weniger durch die Ortsteile Mühlried und Königslachen fahren. 15 Millionen sind dafür veranschlagt, mit bis zu 80% Rückerstattung rechnet die Stadt aus staatlichen Fördertöpfen. Dem Bund Naturschutz stößt aber nicht nur die Querung der Paarauen sauer auf. „Zunächst  ist ein großer Flächenverbrauch zu erwarten, den man rechtfertigen muss. Angesichts des derzeitigen Flächenverbrauchslage von 17 Hektar täglich würde dann auch gutes Ackerland drauf gehen“, so Günter Krell, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz Schrobenhausen.

Mit 19 zu drei Stimmen brachten die Stadträte das Planfeststellungsverfahren dann schlussendlich auf den Weg. Der erste Schritt ist getan, doch auch hier können noch Jahre ins Land gehen, bis die Mühlrieder endlich aufatmen können.