Milch wird teurer

Ingolstadt/Eichstätt (intv) Mittlerweile kostet eine Flasche Milch im Supermarkt weniger als Marken-Mineralwasser. Einen dramatischen Preisverfall hat die Milch in den letzten Jahren erfahren.

Ein unannehmbarer Zustand für viele Milchbauern, sie bekommen zwischen 23 und 26 Cent pro Liter. Doch gestern haben laut Wirtschaftswoche Discounter wie Aldi Süd die Preise für Frischmilch um bis zu 19 Cent erhöht. Grund dafür sei die Entwicklung auf dem Milchmarkt. Zwar ein Lichtblick für Landwirte, aber die Preiserhöhung kommt nur bedingt bei den Bauern an.

„Also wenn das für den Landwirt 10 Cent mehr gewesen wären, hätten wir uns riesig gefreut, aber die Preiserhöhung kommt zwar im Laden aber in der Landwirtschaft kommt das nicht an. Wenn man jetzt hört ‚der Milchpreis ist enorm gestiegen‘, man ist ja vom niedrigsten Niveau ausgegangen. Es gab ja schon Zeiten, da haben die Molkereien nur 20 oder 22 Cent zahlen können.  Und da kann kein Landwirt über ein Jahr hinweg existieren, er kann nur noch die stillen Reserven angreifen, aber von wegen Verdienen, der muss ja auch Kranken- und Sozialversicherung zahlen, das geht mit diesen Preisen nicht“, betont Kroll.

 So schnell der Preis fiel, so langsam steigt er nun wieder. Denn die Milchmenge ist zurückgegangen. Anfang November ist ein wichtiger Stichtag für Molkereien und den Handel. Denn nun treten neue Halbjahresverträge für Trinkmilch und Milchprodukte in Kraft. Auf Nachfrage beim Bayerischen Bauernverband bleiben lediglich 1 bis 2 Cent mehr beim Milcherzeuger. Also fallen zwischen 24 bis 26 Cent pro Liter für die Landwirte ab. „Es müssten eigentlich 40 Cent sein, damit das Arbeiten wieder wirtschaftlich ist und Freude macht“, so Kroll.

Mit der Preiserhöhung zum 1. November ist die Krise der Bauern noch nicht durchgestanden. Doch Kroll bleibt zuversichtlich. Es gehe in die richtige Richtung. Laut seiner Einschätzung könnte der Milchpreis Anfang 2017 bayernweit bereits die 30 Cent Marke knacken.