Migrantinnen-Netzwerk gründet Arbeitsgruppe

Ingolstadt (intv) Im Juni vergangenen Jahres hat sich in München das Migrantinnen-Netzwerk Bayern gegründet. Es ist der bundesweit erste Zusammenschluss von Migrantinnen auf Landesebene. Ziel des Netzwerkes ist es, die Interessen von Migrantinnen in Bayern in die Politik und Öffentlichkeit zu transportieren. Darüber hinaus soll ein Erfahrungs- und Informationsaustausch in lokalen und überregionalen Netzwerken etabliert werden. In Ingolstadt hat sich nun die erste regionale Arbeitsgruppe des Netzwerkes gegründet. Darin wollen die Frauen ihre Probleme selbst angehen. Eines dieser Probleme ist unter anderem, dass vom Staat zwar viele Hilfsprogramme für Migranten angeboten werden, diese wissen aber meist nichts davon. Das Migrantinnen-Netzwerk soll hier Abhilfe schaffen. Es soll, laut Marissa Pablo-Dürr, der Vorsitzenden des Netzwerks, als Bindeglied zwischen den angebotenen Programmen und den Frauen dienen. Zudem wolle das Netzwerk auch neue Möglichkeiten schaffen. So stünden die Verantwortlichen unter anderem bereits mit der Arbeitsagentur im Gespräch für eigene Projekte.

Ein weiteres Problem, das angegangen werden muss, ist die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen. Viele der Migrantinnen haben in ihrem Heimatland ein Studium abgeschlossen, welches in Deutschland aber nicht anerkannt wird und das trotz des Fachkräftemangels.

Die Ausrichtung des Netzwerks speziell auf Migrantinnen beruht darauf, dass diese doppelt benachteiligt seien, so die Initiatoren des Netzwerks. Als Frau sei es schon schwer genug, einen Job zu finden und sich in der Welt Gehör zu verschaffen. Als Frau mit Migrationshintergrund scheint dies beinahe unmöglich. Im Zusammenschluss seien die Migrantinnen aber stark und durch die bald bundesweite Vernetzung könnten sie auch ihre politische Situation stärken.