Messerattacke auf Freundin: Prozessbeginn vor dem Landgericht

Ingolstadt (intv) Er war sich sicher, sie wollte ihm etwas antun. Deshalb hat Christian O. im Mai des vergangenen Jahres seine Freundin mit einem Küchenmesser attackiert. Wahnvorstellungen, die vermutlich durch Drogenkonsum ausgelöst wurden, brachten ihn dazu, ihr die Kehle durchschneiden zu wollen. Das Opfer erlitt dabei unter anderem eine drei Zentimeter tiefe und zehn Zentimeter lange Schnittwunde am Hals. Nur mit Glück hat sie überlebt. Heute begann vor dem Landgericht Ingolstadt der Prozess.

Er dachte, sie hätte seine Mutter umgebracht und wolle nun auch ihn umbringen. Die Aussage von Christian O. vor Gericht zeigte, wie stark die Wahnvorstellungen waren, unter denen er zum Tatzeitpunkt anscheinend litt. Der Konsum von Crystal Meth am Vorabend könnte die Psychose ausgelöst haben, die letztlich zu der schrecklichen Tat führte. Es war nicht das erste Mal, dass der 28-Jährige dachte, jemand wolle ihm etwas antun. Schon länger fühlte er sich verfolgt, hatte daher schon mehrfach versucht sich psychologische Hilfe zu holen.

Nach Aussage des Opfers Christine F. hatte der Angeklagte sie auch in den Monaten vor der Tat in ihrer gemeinsamen Wohnung schon zwei Mal mit einem Messer bedroht. Sie hatte das aber nicht ernst genommen, so die 37-Jährige. Schließlich hatte er ihr gesagt, dass er ihr niemals etwas antun könnte, weil er sie liebe. Bei der Schilderung des Tathergangs brach sie mehrfach in Tränen aus. Sie wollte eigentlich einen Kuchen zum Muttertag backen, so Christine, als er sie plötzlich von hinten mit dem Messer attackierte. Nachdem er sie zu Boden gebracht und ihr das Messer an den Hals gehalten hat, gelang ihr die Flucht aus der Wohnung, wo sich bereits alarmierte Nachbarn eingefunden hatten. Der Angeklagte habe sich dann widerstandslos ergeben.