Meisterdiebe

Karlshuld (intv) Sie sind wahre Meisterdiebe: die Donaumooser Maibaumdiebe. Seit 2003 geht die Truppe auf Maibaumjagd und das sehr erfolgreich. Auch in diesem Jahr haben sich die Langfinger wieder auf Beutezug begeben.

Ihr Zielobjekt: der Dirschofener Maibaum. Für die Donaumooser Maibaumdiebe ein Kinderspiel. Sie freuen sich über ihre neueste Errungenschaft. Tagelang haben die Burschen zuvor die Lage ausgekundschaftet, alles ganz genau geplant. Irgendwann nachts schlagen sie zu. Jeder weiß was er zu tun hat. Die Meisterdiebe sind ein eingespieltes Team und regelrecht gefürchtet in der Region. „Es gibt Ortschaften, die schon Respekt vor uns haben. Die bitten uns dann auch, ihren Maibaum nicht zu klauen, weil sie nicht genügend Leute zum Bewachen haben.“, lacht Maibaumdieb Andreas Maurer.

Für die Truppe hat der Brauch eine große Bedeutung. Klar haben die Jungs eine Mordsgaudi, doch auch der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl sind wichtig. „Wir möchten die Tradition aufrechterhalten. Die Jugend heutzutage kennt das ja gar nicht mehr. Wir versuchen immer mehr Junge nachzuholen. Das klappt ganz gut und so wird es das noch lange bei uns geben.“, erzählt Andreas weiter.

Ganze 14 Bäume haben die Jungs schon mitgehen lassen. Dabei sind sie nicht nur im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen unterwegs. Auch Gaimersheim, Buxheim und sogar Manching mussten schon dran glauben. Doch auch die Meisterdiebe werden mal erwischt. „Wir hatten den Maibaum schon fast aus dem Ort draußen, dann hat uns jemand gesehen und wir mussten ihn wieder zurückbringen.“, erklärt Martin Pelzer.

Manfred Pelzer hat die Gruppe 2003 gegründet. Ein paar Jahre später haben sein Sohn und dessen Spezeln den Brauch übernommen. Er ist aber nach wie vor als Fahrer bei den Diebestouren dabei. „Ich bin der Einzige, der von der alten Truppe noch übrig ist. Aber Maibaumklauen hält jung!“, erzählt Manfred.

Übrigens die Burschen sind nicht nur wahre Meisterdiebe, sondern auch Meisterbewacher. Ihr Maibaum wurde nämlich noch nie geklaut.