Meinungsverschiedenheiten: Stadtrat Schrobenhausen debattiert über Innenstadtbaustelle und Windräder

Schrobenhausen (intv) Fünf Windräder möchte die Bürger-Energie-Genossenschaft Neuburg-Schrobenhausen-Aichach-Eichstätt in den Hagenauer Forst, nahe der Firma MBDA bauen. Der Stadtrat sollte am Dienstagabend über ein Ratsbegehren abstimmen. Doch die Beschlussfrage lautete, wie die Stadträte persönlich zum Thema Windenergie stehen, und dabei hat sich die Mehrheit dagegen ausgesprochen. Die Bürger mit einem Ratsbegehren zu befragen, ist jetzt nicht mehr möglich.

„Die Abstimmung wäre gewesen generell, ob wir für Windkraftanlagen sind. Vorgestellt wurde aber ein detailliertes Projekt, bei dem die Abstände nicht klar definiert waren. Sowas muss einfach anders vorbereitet werden. Wir brauchen eine detaillierte klare Aussage von der Verwaltung, was sie genau haben will und dann können wir auch darüber abstimmen.“, erklärt CSU-Stadtrat Gerhard Winter.

„Ich bin natürlich schwer enttäuscht, dass der Stadtrat sich gegen seine eigenen Klimaschutzziele versündigt. Ich halte das teilweise für eine verlogene Diskussion. Man sagt Windenergie, ja schon, aber bitte nicht bei mir. Wenn man so einen Beschluss fasst, dass es im Hagenauer Forst keine Windenergie gibt, dann gibt es in ganz Schrobenhausen keine Windenergie.“, hält Peter Mießl, Vorstandsvorsitzender der Bürger-Energie-Genossenschaft, dagegen.

Die Genossenschaft muss jetzt für sich selbst entscheiden, ob sie eine Bürgerinitiative angehen möchte, um die Schrobenhausener doch noch über das Thema abstimmen zu lassen.

Ähnlich hitzig haben die Stadträte über die Innenstadtbaustelle diskutiert. In fünf Wochen soll es mit dem zweiten Bauabschnitt losgehen. Die Architekten sind mit dem Ablauf des ersten Abschnitts weitestgehend zufrieden. Ärgerlich war dagegen, dass sie nicht wie geplant vor dem Weihnachtsgeschäft fertig geworden sind. Das war auch der wesentliche Kritikpunkt der Stadträte. Die Einzelhändler hätten dadurch noch mehr gelitten.

„Das ist ganz schwierig. Man muss schauen, dass man ein optimales Baustellenmanagement betreibt und die Belastungen für Einzelhändler und Gastronomen auf ein Minimum beschränkt wird. Man kann es aber nicht auf Null drücken.“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan.

Ein Zusammenlegen der Bauabschnitte drei und vier, um die Bauzeit ingesamt zu verkürzen, sehen die Architekten kritisch. Besonders weil 2019 noch die Sanierung des Rathauses dazukommt. Es wird also weiter rund gehen in der Schrobenhausener Innenstadt, allerdings ganz anders als es sich viele wünschen würden.