Mehr Elektroautos, weniger Personal: Audi will sich neu ausrichten

Ingolstadt (intv) Turbulent – so könnte man das vergangene Jahr bei Audi zusammenfassen. Zuerst wurde der Chef Rupert Stadler verhaftet, dann sorgte das Prüfverfahren WLTP für Produktionsausfälle und das widerum hat einen geringeren Umsatz zur Folge. Für Bram Schot, den neuen Mann an der Spitze hat die Arbeit erst begonnen. Er will aufräumen und alles auf den Kopf stellen. Das hat er heute auf der Jahrespressekonferenz versucht zu verdeutlichen.

Ungemütlich ist derzeit nicht nur das Wetter bei Audi. Der neue Chef Bram Schot lässt sich davon nicht beirren, sagt erstmal höflich „hallo“ und macht es sich dann bequem. Der erste Eindruck zählt und der soll anders sein als gewohnt. Neuausrichtung ist das Wort der Jahrespressekonferenz. Schot kommt trotzdem nicht drumrum zurückzuschauen. „Wir sind uns hier bei Audi alle einig. So etwas wie die Dieselkrise hätte niemals passieren dürfen. Und so etwas wird es hier nie mehr geben. Nie mehr“, betont Schot.

Man habe im vergangenen Jahr den Mitarbeitern in der Produktion viel zugemutet. Die dürfen sich auch in diesem Jahr über eine Ergebnisbeteiligung freuen. 3.630 Euro bekommt ein Facharbeiter, deutlich weniger als gewohnt. Das liegt daran, dass der Gewinn mit 3,5 Milliarden Euro deutlich geringer ausfällt. Sondereinflüsse wie die 800 Millionen Euro Bußgeld sind hier schon rausgerechnet. Die Bußgeldzahlung gehe nicht zu Lasten der Mitarbeiter, sagt Schot. Ob zu Lasten der Vorstände bleibt offen.

In den Reden der Vorstände geht es vor allem um E-Mobilität. Bis Ende des Jahres sollen zwölf elektrifizierte Modelle im Audi-Portfolio sein. Das Thema Nachhaltigkeit stellt Produktionsvorstand Peter Kössler in den Vordergrund. Zum Stellenabbau und dem möglichen Wegfall einer Nachtschicht äußert sich der Vorstand erst auf Nachfrage. „Wir sind diesbezüglich in sehr intensiven Gesprächen mit der Arbeitnehmervertretung“, so Wendelin Göbel.

Konkrete Zahlen, wie viele Stellen in Zukunft wegfallen, gibt es nicht. Das Handelsblatt spricht von bis zu 15 Prozent bis 2025. Das wären bei 90.000 Mitarbeitern über 13.000 Stellen. Auf Managementebene soll es auch Veränderungen geben. Hier gibt es bereits Altersteilzeitmodelle. Wenn jemand in Rente geht, soll die Stelle nicht unbedingt nachbesetzt werden. Schot spricht davon, dass Audi hier in den vergangenen Jahren zu fett geworden ist.

Konkret äußerte sich Schot noch zum FC Bayern München. Der Fußballfan bedauert das Ausscheiden aus der Championsleague. Als Sponsor des Vereins wolle Audi aber frühestens 2025 ausscheiden. Dann läuft der aktuelle Vertrag aus.