Mehr Autos, mehr Zeit: Audi-Studie zum autonomen Fahren

Ingolstadt (intv) Ingolstadt und die Verkehrssituation, das ist ein Dauerthema. Dabei wagt die Stadt auch immer einen Blick in die Zukunft. Eine Audi-Studie beschäftigt sich mit dem Verkehrsfluss in Zukunft, wenn vor allem autonom fahrende Autos unterwegs sein werden. Die zentrale Frage: wie viel Zeit kann sich der Ingolstädter zum Beispiel auf dem Weg in die Arbeit sparen, wenn der autonome Verkehr ohne Stau fließt? Und auch die Frage, wie viele Autos in Zukunft auf den Straßen sein werden, hat die Forscher interessiert. Am Mittwoch haben die Verantwortlichen das Projekt „25. Stunde – Flow“ vorgestellt.

Ingolstadt ist Trendstadt, gerade in Sachen Mobilität. So sieht es der Oberbürgermeister. Als Autostadt mit einer technisch affinen Bevölkerung perfekt für eine Forschungsstudie. Es gibt keine U-Bahn, keine Straßenbahn aber viele Fahrzeuge auf vier Rädern. Und wenn diese in Zukunft autonom unterwegs sein werden, wird es davon sogar noch mehr geben.

Die Studie „25. Stunde – Flow“ zeigt, dass die Nutzung der autonomen Autos steigen wird. Denn es gibt mehr Bevölkerungsgruppen, die das Fahrzeug nutzen können. Ältere Menschen oder Kinder werden durch die selbstfahrenden Autos mobil. Mehr Menschen die mit dem Auto fahren bedeutet mehr Autos auf den Straßen. Aber die Autos sind intelligenter, können mit Ampeln und Co. kommunizieren. „Wir gewinnen dort technisch Spielraum. Das heißt, wir bekommen mehr Verkehr über die gleiche Infrastruktur“, erklärt Prof. Peter Vortisch, der Leiter des Instituts für Verkehrswesen am KIT. Das KIT hat die Studie in Zusammenarbeit mit Mobility Partners durchgeführt.

Mehr Autos – natürlich elektrisch – in denen auch in Zukunft im Schnitt nur 1,3 Personen sitzen werden. Der Trend zum Car-Sharing ist hier berücksichtigt. Durch die Vernetzung der Fahrzeuge mit Ampeln und Co. wird es weniger Stau geben. Die Ingolstädter kommen also schneller von A nach B. Laut Studie sparen sie ein Drittel der Zeit, wenn alle Autos selbstständig fahren.

OB Lösel freut das. Er sieht in der Prognose eine Sicherung des Autoproduktionsstandorts Ingolstadt. „Deswegen ist es gut, dass das autonome Fahren auch zu einem größeren Automobilangebot führen wird“, so Lösel. Die Stadt wird die Ergebnisse der Studie in ihr Verkehrskonzept mit aufnehmen. Schon jetzt werden laut Lösel alle Konzepte so ausgerichtet, dass autonomes Fahren in Zukunft möglich ist.

Und Audi selbst freut sich auch, dass der Individualverkehr in Zukunft nicht abnehmen soll. Das Ergebnis der Studie ist durchaus Autobauerfreundlich. „Natürlich gibt es Ergebnisse, die Audi vielleicht mehr beruhigen als andere Ergebnisse. Aber ich habe ja zum Schluss auch einen Apell an die Stadt gerichtet, die zweite Schiene, den öffentlichen Verkehr, nicht in der Hoffnung auf automatisiertes Fahren zu vernachlässigen“, so Vortisch.

40 Prozent der Autos müssten autonom fahren, damit schon heute der Verkehr spürbar besser durch die Stadt fließen würde. Bis das Szenario Realität werden könnte, dauert es laut Vortisch mindestens 20 Jahre. Die Technik muss dazu erst serienfähig sein und dann muss sich die Gesellschaft an die neuen technischen Möglichkeiten noch gewöhnen. Ein Prozess, der dauert.