Medizin 4.0

Ingolstadt (intv) Es ist ein weiterer Schritt, den Standort Ingolstadt in die Zukunft der Digitalisierung zu führen. Das Klinikum Ingolstadt, die Technische Hochschule und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt wollen im Bereich der Medizintechnik zusammenarbeiten. Es geht um das Forschungsfeld, das im digitalen Zeitalter immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Über 100.000 Patienten werden im Ingolstädter Klinikum im Jahr behandelt. Jeder Patient hat seine eigene Geschichte, liefert seine eigenen Daten. Um die Behandlung zu verbessern, angefangen bei der Diagnostik, helfen zunehmend technische Mittel. Daten auswerten, daraus lernen und neue Wege für die Behandlung finden, das soll in Zukunft mithilfe der Technischen Hochschule Ingolstadt passieren. Ab 2020 soll es an der THI zwei neue Forschungsprofessuren geben, zum Thema Medizinische Sensortechnik und im Feld Medizin- und Bioinformatik. „Wir haben zwar keine medizinische Fakultät, aber wir werden das Thema der Medizintechnik aufnehmen in Ingolstadt“, so THI-Präsident Walter Schober. Die Hochschule will sich auf die Suche nach Professoren machen, die sich im Bereich Medizin, Digitalisierung und Technik auskennen. In dem neuen Feld sollen zukünftig etwa 1.000 Studierende etwas lernen, 20-25 Professoren sollen an die THI kommen.

Die ersten beiden Professuren soll der Krankenhauszweckverband fördern. So hat es der Aufsichtsrat des Verbandes gestern einstimmig empfohlen. Die endgültige Entscheidung fällt wohl im Dezember. „Der Krankenhauszweckverband hat seit Jahren eine Gewinnrücklage angesammelt. Und ein Teil dieser Gewinnrücklage wird jetzt für diese Forschungsprofessuren, die ja nur fünf Jahre finanziert werden sollen, ausgeschüttet und verwendet“, erklärte Oberbürgermeister Christian Lösel. Konkret spricht er von 400.000 Euro pro Jahr. Für die THI eine Startfinanzierung. Das Forschungsfeld Medizintechnik soll auf lange Sicht aufgebaut werden.

Auch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ist im Boot. Sie befasst sich mit der ethischen Komponente beim Umgang mit sensiblen Daten.

Bei der Geschäftsführung des Klinikums ist die Freude über die neue Kooperation groß. Andreas Tiete sieht hierin eine echte Chance für die Ärzte. Ohne neue Technologien ist eine moderne, sichere und effiizente Versorgung der Patienten nicht möglich. Zudem ist die Kooperation auch eine Sicherung des Klinikums als zweitgrößter Arbeitgeber Ingolstadts. Denn wer technisch gut aufgestellt ist, bleibt auch als Unternehmen attraktiv.