Witz lass nach

23.04.2015 (intv) Er saß an der Seite von Marcel Reich-Ranitzki im „Literarischen Quartett“ und war bis zu dessen Tod ein enger Freund, nicht zuletzt weil der Großkritiker einen feinen jüdischen Humor pflegte. Humor und Witze in allen Schattierungen sind seit Jahrzehnten ein Steckenpferd von Hellmuth Karasek, jetzt im gesetzten Alter bringt er seine Erkenntnisse erneut in Buchform „Ich finde das gar nicht komisch“ ist der zweite Titel rund um Witz und Witzigkeit. Mit Augenzwinkern betrachtet er seine Altersklasse. Gebrechen sind tabu, Vergesslichkeit dagegen nicht, geht’s um Witze über das Alter weiß Helmuth Karasek genau, wo die Grenzen des guten Geschmacks verlaufen. Doch nicht nur im Leben der Senioren ergeben sich komische Situationen, der Witz durchdringt fast alle Bereiche unsere Gesellschaft, mal zotig, mal entlarvend und nicht immer politisch korrekt. Die Kunst zwischen Hochkultur und Gassenjargon zu wechseln beherrscht der ehemalige Literaturkritiker perfekt. Pointe und befreiendes Lachen wirken Wunder und die Lacher hatte der ehemalige Literaturkritiker gestern abend auf seiner Seite. Im Rathaussaal von Pfaffenhofen las er aus seinem jüngsten Werk „ Ich finde das gar nicht komisch“. Im Gegensatz zum Titel reihte sich eine komische Begebenheit an die nächste, dementsprechend gefordert waren die LAchmuskeln der gut 150 Besucher.