Tschernobyl-Benefizkonzert vorab

Schrobenhausen/Kiew/Gomel (intv) 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat das ehemalige Atomkraftwerk Chernobyl NPP in der Ukraine einen bedeutenden Schritt hinter sich. Am Dienstag wurde der neue Sarkophag II eingeweiht. Eine eineinhalb Milliarden Euro teure Schutzhülle soll den explodierten Reaktor weiter abdichten und den Austritt radioaktiver Strahlung für die nächsten 100 Jahre verhindern. Gleichzeitig werden unter dem Schutzmantel der Rückbau sowie die Dekontamination des Reaktorkomplexes ab 2017 fortgeführt.

Eine höchst kritische Strahlenbelastung in der unmittelbaren Umgebung verhindert jedoch nach wie vor die Rückkehr zur Normalität. Die wenige Kilometer vom Todesreaktor entfernte Stadt Prypjat ist heute noch wie ausgestorben (Foto- und Videoberichte). Der Katastrophentourismus boomt zwar, dauerhaft leben kann in der Gegend aber niemand. Und auch in der 100 km entfernten weißrussischen Stadt Gomel sind die Spätfolgen der Reaktorkatastrophe allgegenwärtig.

Die Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen setzt sich seit vielen Jahren für die Opfer des Reaktorunglücks und deren Nachkommen ein. An der ukrainisch-weißrussischen Grenze rund um Gomel seien vor allem bei Kindern schwere Krankheitsbilder feststellbar, sagt Leiterin Evi Schmidt-Deeg: „Von Krebserkrankungen über Deformationen des Skeletts bis hin zu körperlichen und geistigen Behinderungen.“ Der Verein finanziert deshalb Patenschaften, die eine medizinische und materielle Versorgung der betroffenen Familien ermöglichen.

Am kommenden Sonntag findet das jährliche Benefizkonzert zugunsten der Tschernobylhilfe statt. Für die einstündige Veranstaltung in der Pöttmeser Kirche haben viele Musiker und Künstler ihr Kommen zugesagt. Das Programm reicht von Orgelklassik über Marimba- und Vibraphon bis zu Sopranistinnen und einem Kinderchor. Dazwischen wird Hermann Plöckl aus Aichach besinnliche, selbst verfasste Texte zur Vorweihnachtszeit darbieten.

Das Konzert beginnt am Sonntag, 4. Dezember, um 15:00 Uhr in der Pöttmeser Kirche St. Peter und Paul. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten der Tschernobylhilfe werden jedoch erbeten.

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