Stadtrat Südwesttangente

Schrobenhausen (intv) Sie gelten als wichtigstes Naherholungsgebiet Schrobenhausens: Die Paarauen westlich der Stadt, „Goachat“ genannt, die als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet sogar unter dem Schutz der Europäischen Union stehen. Dass eine geplante Umgehungsstraße direkt durch dieses Areal führen soll, stößt bei vielen Menschen nicht auf Gegenliebe. Dennoch hat der Schrobenhausener Stadtrat gestern den ersten Schritt zugunsten der Baumaßnahme gemacht: Mit 14:10 Stimmen votierten die Räte für das Einleiten des Planfeststellungsverfahrens.

Die Diskussion zieht sich seit 35 Jahren durch die Schrobenhausener Politik. Zahlreiche Gutachten wurden bereits in Auftrag gegeben. Im Jahr 2003 sprachen sich in einer Bürgerbefragung 58 Prozent der Einwohner für die Umgehungsstraße aus. Die damalige Kostenschätzung von rund 6,3 Millionen Euro ist mittlerweile fast auf das dreifache gestiegen. „Eine bewusste Niederhaltung, um vom Bürger ein positives Ergebnis zu erschleichen“, ist sich Stadtrat Anton Bayerstorfer (SPD) sicher. Seine Parteikollegin Martha Schwarzbauer, die zugleich Verkehrsreferentin ist, sieht den Nutzen der Baumaßnahme als zu gering an: „78 Prozent des Verkehrs werden in der Aichacher und Augsburger Straße bleiben, für die Anwohner also kaum eine Verbesserung.“

Dennoch sehen viele Kommunalpolitiker den Vorteil klar auf der Hand. „Die Innenstadt wird entlastet“, sagte Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Zudem nehme man viel Geld in die Hand, um die Straße so umweltverträglich wie möglich zu bauen.

Nun muss die Regierung von Oberbayern über das Planfeststellungsverfahren entscheiden. Der Bund Naturschutz hat bereits ein Klageverfahren angekündigt: „Das Paartal ist ein FFH-Gebiet von bayernweiter Bedeutung und steht sogar unter dem Schutz der Europäischen Union“, so Ortsvorsitzende Brigitte Streber.