Selbstverteidigung

Die Zeiten, in denen Kampfsport fast ausschließlich von Männern dominiert wurde, sind vorbei. Immer mehr Frauen interessieren sich für Boxen, Karate, Tai Chi & Co, auch in der Oyakata Kampfsportakademie in Ingolstadt. Am meisten gefragt sind Selbstverteidigungskurse. Cheftrainer Atilia Dikilitas ist sich sicher: Es besteht ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen mit Flüchtlingen in der Region und dem gestiegenen Interesse an Selbstverteidiungskursen. Er lehrt seinen Teilnehmerinnen alltagstaugliche und einfache Handgriffe, die sie in vielen Stresssituationen anwenden können. Die Frauen fühlen sich dadurch stäker und vor allem selbstbewusster. Sie nehmen aber nicht nur aufgrund der aktuellen Vorfälle an den Kursen teil und warnen davor, alle Asylbewerber über einen Kamm zu scheren. „Dadurch, dass das so in den Medien thematisiert wird, ist das natürlich groß und in den Köpfen der Leute drin. Ich denke, da ist jetzt ein Bewusstsein aufgekommen, dass in irgendeiner Art Gefahr droht und man sich schützen will. Letztlich sollte man das aber immer können“, so die 27-jährige Julia Krauß, die seit einigen Monaten am Selbstverteididungskurs teilnimmt. Jetzt heißt es dabei bleiben und regelmäßig trainieren – damit sie sich im Ernstfall wehren können – ganz egal ob die Bedrohung von Flüchtlingen ausgeht oder nicht.