Qualitätsoffensive Städtische Kitas

Ingolstadt (intv) Von Cluster-Bildung, Kompetenz-Bündelung und Spezialisierung ist die Rede und nicht weniger als eine Qualitätsoffenive soll es sein. Die Führungsstruktur der 28 städtischen Kitas in Ingolstadt soll ab September gebündelt werden. Zwei bis drei Einrichtungen sollen zukünftig jeweils zu einer organisatorischen Einheit zusammengefasst werden. Statt einer Kita-Leitung für jedes Haus sollen diese sogenannten Cluster eine Gesamtleitung, eine Leitung für Eltern und Organisation und eine pädagogische Fachbereichsleitung erhalten.
Von der Stadt wird diese Reform als Qualitätsoffensive angepriesen – die allerdings nicht überall Jubelstürme auslöst.
„Wir sehen darin keine Qualitätsoffensive, sondern mehr Offensive als Qualität. Das Pilotprojekt in Gerolfing hat unserer Meinung gezeigt, dass die Fachbereichs-Leitungen einfach nicht immer greifbar waren. Sie müssen ja zwischen den Einrichtungen pendeln und sind dann auch noch für viel mehr Kinder verantwortlich, in Einrichtungen, die dann auch noch meist verschiedene Konzepte haben“, sieht Maria Frölich, Sprecherin der Familieninitiative IN.FAM, die Umstrukturierung kritisch. Auf Seiten der Stadt kann man diese Kritik nicht nachvollziehen. „Es ist ja utopisch zu glauben, dass eine Kita-Leiterin, die sich um alles alleine kümmern muss, jederzeit für die Eltern greifbar wäre. Durch die Cluster-Bildung und Aufteilung der Fachbereiche kann sich die Fachbereichsleiterin voll und ganz auf ihren Bereich konzentrieren. Das wird für Entlastung sorgen. Wir legen die Cluster natürlich auch ortsnah zusammen, da muss also niemand durch die ganze Stadt fahren. Und auch der befürchtete Personalabbau ist einfach falsch. Durch die Umstrukturierung wird es keinerlei Personalstreichungen geben“, stellt Gabriel Engert, Leiter des Kulturamts Ingolstadt klar.
Für Frölich, die mit der Ingolstädter Familieninitiative auch schon die Kita-Gebührenerhöhung der Stadt anprangerte und zumindest einen zeitlichen Aufschub bewirkte, ist auch in Sachen Qualitätsoffensive und Clusterbildung das letzte Wort noch nicht gesprochen: „Eine Gesamtleitung für zwei, drei Einrichtungen kann ja vielleicht noch sinnvoll sein. Aber gerade die pädagogische Leitung muss einfach immer vor Ort sein, immer am Puls der Einrichtung sein. Und ob offenes oder geschlossenes Konzept, Krippe oder Kita, das fordert völlig verschiedene Ansätze, das kann mit einer einzigen Leitung für mehrere Einrichtungen ganz einfach nicht funktionieren“.