Plädoyers versuchter Totschlag

Drei Männer, jede Menge Alkohol und ein Messer. Eine eher schlechte Kombination, aus der sich im September vergangenen Jahres in Neuburg eine brutale Schlägerei entwickelt hat. Nun müssen sich zwei Brüder wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten.
Laut Anklageschrift stach der Bekannte Sergej J. mit einem Messer auf die zwei Brüder Martin und Thomas P. ein. Der Messerstecher konnte fliehen, doch die Brüder holten ihn ein und verprügelten ihren Rivalen – Sergej J. zog sich schwere Verletzungen zu. Notwehr lag dabei aber nicht vor – davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Denn vom fliehenden Sergej J. ging keine Gefahr mehr aus. Die Brüder haben ihn aber trotzdem verfolgt und brutalst zusammen geschlagen – das haben im Laufe des Prozesses auch Zeugen bestätigt, so die Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten seien haarscharf an einem versuchten Totschlag vorbei geschrammt, die Staatsanwaltschaft forderte wegen gefährlicher Körperverletzung zwei Jahre und neun Monate Haft für die beiden.
Anderer Meinung war die Verteidigung. Jörg Gragert betonte, dass es sich bei der Tat nicht um Selbstjustiz sondern um eine Reaktion der Brüder handelte, die juristische Grenzen überschritten habe. Die Verteidigung plädierte auf ein Jahr und vier Monate Freheitsstrafe, allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Morgen in einer Woche wird das Urteil verkündet.