Neuorganisation Hebammensystem

Neumarkt (intv) Es knirscht gewaltig zwischen den Beleghebammen und den Krankenkassen. Der Streitpunkt, nach dem Plan der GkV dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen, dürften freiberufliche Hebammen zukünftig nur noch zwei Frauen gleichzeitig betreuen. Jede weitere Leistung, sei nicht mehr abrechenbar. Dies hätte zur Folge, dass eine dritte Frau, unabhängig davon ob es sich um eine bevorstehende Geburt handelt, oder nur um Beschwerden in der Schwangerschaft zwar betreut werden kann, jedoch die erbrachten Leistungen nicht mehr mit den Krankenkassen abgerechnet werden könnten. Verhandelt wird der Streitpunkt zwischen Hebammen und Krankenkassen vor einer Schiedsstelle am 19. Mai. Deshalb gingen die Beleghebammen am Klinikum Neumarkt, am heutigen Tag der Hebammen, mit einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit. Kerstin Hartmann, Sprecherin der Beleghebammen am Klinikum Neumarkt stellte 3 konkrete Frage: „Wer betreut, den Forderungen des GKV-Spitzenverbandes entsprechend die dritte Frau, die vor der Kreißsaaltür steht, wenn es keine Kollegin mehr gibt, die hierfür zusätzlich in den Dienst eingeteilt werden könnte?“ Müssen diese Frauen womöglich dann eine andere Klinik aufsuchen, die unter Umständen auch keine Aufnahmekapazität mehr hat? Müssen die Kliniken unter Umständen ihre freiberuflichen Hebammen wieder anstellen, was zum einen aufgrund gesundheitsökonomischer Aspekte für viele Kliniken gar nicht mehr möglich ist und zum anderen durch veränderte Dienstmodelle im Angestellenverhältnis hierfür mehr Hebammen benötigt werden, die es aber auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gibt?“ Klinikvorstand Peter Weymayr unterstützt zusammen mit Landrat Willibald Gailler und Oberbürgermeister Thomas Thumann den Standpunkt des Deutschen Hebammenverbandes und der Neumarkter Beleghebammen.