Natuschutz hofft auf grünes Outfit für den Audi-Innovationscampus

25.03.2015 (intv) Täglich werden bayernweit 28 Hektar Flächen versiegelt oder anders gesagt der Natur entzogen und mit Bauten und Parkplätzen versehen. Gewisse Grünflächen sind dort zwar vorgesehen aber der ursprüngliche Naturcharakter ist weitgehend verloren. Das treibt den organisierten Naturschutz immer wieder zur Verzweiflung- auch in Ingolstadt. Mit Schaudern erinnert man sich an den Bau der GVZ-Hallen. Dass bebaute Flächen der Natur zurückgegeben werden ist die Ausnahme. In der Neuentwicklung des ehemaligen Bayernoilgeländes im Osten von Ingolstadt haben Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz die Chance gewittert. Ein Drittel, also gut 35 Hektar des Areals reine Natur, so die langjährige Forderung. Doch die aktuelle Entwicklung setzt andere Kategorien: Jetzt heißt es mit weniger zufrieden sein. Qualität vor Quantität, lautet des Fazit nach den Planungen der Stadt, 75 Hektar an die Audi AG zu veräußern. Die Autobauer wollen dort bekanntlich einen Innovationscampus errichten.Laut Vertrag sind davon 15 Hektar für die Außengestaltung vorgesehen und da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Denn die Außengestaltung sollte sich an Flora und Fauna des benachbarten Naturschutzgebiet Kälberschütt orientieren. „Durchaus auch mit oberflächigen Wasserläufen und Begrünung der Dächer“, so Rudolf Wittmann vom Landesbund für Vogelschutz. Beispielgebend ist für ihn die naturnahe Gestaltung des Neubaus vom Landesamt für Umwelt in Augsburg. So könnte Audi sich mit einem „grünen“ Campus in Ingolstadt auch ökologisch innovativ zeigen und vielleicht – so der Vogelkundler – kommen dann auch Nachtigall und Steinkauz zurück, nur zwei Vögel aus einer Artenvielfalt, die mit dem Bau der Bayernoil-Raffinerie weitgehend verschwunden ist.