Hochzeiten haben Hochsaison

Ingolstadt (intv) Zur Sommerzeit hat Heiraten Hochsaison. Mai bis September sind traditionell die beliebtesten Monate für Hochzeiten. In den vergangenen Jahren hat sich aber auch einiges verändert: So lassen sich immer weniger Heiratswillige in der Kirche trauen, dafür steigen die Zahlen bei den freien Trauungen. Die Zahl der Hochzeiten in Bayern bleibt konstant: Jährlich heiraten rund 67.000 Paare. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik steigen die Zahlen in Teilen des Freistaats sogar. Man sehe einen Aufwärtstrend. Die Region spiegelt die aktuelle Entwicklung gut wieder.

Beispiel: Neumarkt. 2018 gaben sich 192 Paare das Ja-Wort. So viele wie seit 13 Jahren nicht mehr. Ein Hochzeits-starkes Jahr ist es heuer auch in Manching. Hier wurden bereits 30 Ehen geschlossen, viele mehr sind angemeldet. Auch in Neuburg trauen sich mehr Paare. Im Vergleich zum Jahr 2010 stiegen die Zahlen beim Standesamt um knapp ein Drittel. In Schrobenhausen gingen vergangenes Jahr 58 Paare den Bund der Ehe ein. Ähnlich konstant: Ingolstadt. Nach dem Knick in den Jahren 2010 bis 2012 erwartet das Standesamt Ingolstadt auch 2019 wieder um die 650 Eheschließungen.

So erfreulich die Zahlen bei den Standesämtern, so ernüchternd die Lage bei den Kirchen. 2018 holten sich bundesweit 37 Prozent den kirchlichen Segen. Im Vergleich: 1953 waren es noch 80 Prozent. In Bayern heiraten aber immerhin noch 45 Prozent mit Gottes Segen. Nur die Rheinland-Pfälzer gehen öfter vor den Traualtar.

Ein Trend, der immer beliebter wird, ist die Freie Trauung. Oft bleibt aber das Ja-Wort im Standesamt die eigentliche Hochzeit – und wird deswegen immer größer gefeiert. Was mit dieser Entwicklung einhergeht: Das weiße Brautkleid ist im Standesamt keine Seltenheit mehr.

Auffällig ist außerdem, dass die Brautpaare immer älter werden. Frauen sind durchschnittlich knapp 35 Jahre alt, Männer fast 38. Der Großteil der Frisch-Vermählten feiert übrigens lieber im kleinen Kreis mit bis zu 50 Gästen. Praktischer Nebeneffekt: Die Kosten bleiben überschaubar. Knapp die Hälfte aller Bayern investiert fünf- bis 15.000 Euro.