Gerd Ruge in Ingolstadt

21.10. 2015 Wenn Gerd Ruge auf dem Bildschirm erschien, schaute Nachkriegsdeutschland genau hin. Als Fernsehkorrespondent erklärte er wie Land, Leute und die politisch Verantwortlichen ticken, in Russland, den USA und später auch China. Mit den Reportagen versorgte er die Deutschen mit Informationen über Länder und Kontinente, die in der NS-Zeit nicht genehm, weil feindlich waren. Dementsprechend war der Nachholbedarf groß. So hat Ruge viele politisch Interessierte der Generation 50 plus geprägt. Dementsprechend groß war das Interesse an einem der seltenen öffentlichen Auftritte von Ruge. Im Rahmen des jährlichen Treffens des Bund Katholischer Unternehmer Eichstätt- Ingolstadt zog die Reporter-Legende Bilanz. Vor 200 Gästen im Orban-Saal nahm Ruge Stellung zu den brennenden Fragen der aktuellen Weltpolitik und verriet auch den oder anderen Trick bei diplomatischen Treffen. Staatsmänner hat er viele getroffen, beeindruckt haben ihn vor allem John F. Kennedy und Willi Brandt und – mit Abstrichen – auch Konrad Adenauer. Ruge war viel „Unterwegs“ (so der Titel seiner lesenswerten Biografie) doch jetzt 86jährig lässt es der gebürtige Hamburger mit Wohnsitz München gemächlicher angehen. Ein Welterklärer aber bleibt er und das immer auf der Höhe unserer Zeit.