Geoffrey Neuhaus besucht jüdischen Friedhof Sulzbürg

Sulzbürg (intv) Der Besuch der Gräber seiner Vorfahren auf dem jüdischen Friedhof in Sulzbürg, war für den 92-jährigen Geoffrey Neuhaus aus New Jersey ein ganz besonderer Moment. Mehr als 330 Grabmale künden hier von der jahrhundertelangen Geschichte der jüdischen Gemeinde, zu der seit der Mitte des 17. Jahrhunderts auch die Geschichte der Familie Neuhaus zählte. Die erste dokumentierte Beerdigung fand auf dem jüdischen Friedhof im Jahr 1632 statt. Fast so weit reicht auch die Geschichte der Familie Neuhaus zurück. 10 Generationen der Familie liegen hier seit dem Jahr 1650 begraben. Der letzte war, mit Emanuel Neuhaus, der Großvater von Geoffrey Neuhaus, der als Gottfried Neuhaus 1926 in Ulm geboren wurde. Sein Vater war Kinderarzt. Er erkannte sehr früh die Gefahr, die für die jüdische Bevölkerung vom Nationalsozialismus ausging. 1936 wanderte die Familie, Eltern, Geoffrey und seine Schwester aus. Vor etwa 40 Jahren hat Geoffrey Neuhaus bereits gemeinsam mit seiner Ehefrau den jüdischen Friedhof besucht. Der erneute Besuch, diesmal mit seiner Tochter Chava und der ausgewiesenen Kennerin der jüdischen Geschichte von Sulzbürg Professor Heide Inhetveen, war für den 92-Jährigen die Erfüllung einer großen Sehnsucht, auf der Suche nach den Wurzeln seiner Familiengeschichte.