Food-Saver

Eine Delle in der Tomate, ein welkes Blatt im Salat oder eine unförmige Karotte – schon ist ein Lebensmittel nicht mehr verkäuflich und wandert in den Müll. Ingolstädter Lebensmittelretter, sogennante Foodsaver, akzeptieren das nicht und setzen ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität.

Bepackt mit Tüten und Boxen machen sich die Food-Saver auf ihre tägliche Mission. Und die lautet: der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen. Auch heute hat sich der Einsatz gelohnt. Kistenweise konnten die Ingolstädter Food-Saver Essen von einem Supermarkt retten. Die Lebensmittel wären im Müll gelandet, hätte sie Manuela Hertel und ihre Mitstreiterinnen der Food-Saver-Gruppe nicht gerettet. Die Nahrungsmittel sind eigentlich in einem einwandfreien Zustand – wären da nicht kleine Schönheitsfehler, die einen Verkauf unmöglich machen: eine Delle in der Erdbeere, ein welkes Salatblatt oder ein überschrittenes Haltbarkeitsdatum. Die Food-Saver-Initiative gibt es bereits in vielen deutschen Städten. Ihr Ziel: die Lebensmittelverschwendung ins Bewusstsein zu rufen.

Auch bei Salatkind in der Ingolstädter Innenstadt haben die Lebensmittelretter Erfolg. 15 bis 20 Kilo Salat und Gemüse nehmen die Food-Saver jedes Mal mit und bewahren das Essen vor der Tonne. Thomas Richter, stellvertretender Geschäftsführer bei Salatkind, steht hinter dem Konzept des Food-Savings: Er freut sich, dass die Lebensmittel, die nicht verkauft werden können, nicht im Müll landen.

Nachdem die Ingolstädter das Essen bei Supermärkten, Bäckereien oder Restaurants abgeholt haben, verteilen sie es. Dann werden die Food-Saver zu Food-Sharern, also Essensverteilern. Zum Beispiel füllen sie die öffentlichen Kühlschränke, die sogenannten Fair-Teiler, in Vronis Ratschhaus in der Innenstadt und im Second-Hand-Laden „Chickeria“ in der Friedrichshofenerstraße auf. Wie Manuela Hertel erklärt, ist sind die öffentlichen Kühlschränke für jedermann zugänglich. Alle Ingolstädter können einen Blick einen der Kühlschränke werfen und sich Essen herausnehmen oder reinlegen.
Den anderen Teil der geretteten Lebensmittel nehmen die Foodsaver mit nach Hause oder verschenken sie an Nachbarn und Bekannte. Auch in den Stadtteiltreffs im Augustin-, Pius- und Konradviertel finden Verteilungen statt. Bedürftigkeit ist keine Voraussetzung das Essen zu bekommen. Darin unterscheidet sich die Aktion von der Tafel. Schon am nächsten Tag machen sich die Essensretter wieder auf den Weg, um ein Zeichen zu setzen, gegen das Verschwenden und wahllose Wegwerfen.

Wollen Sie selbst zum Food-Saver werden und Essen vor der Tonne retten? Dann sehen Sie sich doch mal auf der Internetseite www.foodsharing.de um.