Bürgerenergiegenossenschaft gegen Solarsteuer

Pfaffenhofen (intv) Die Luft flimmert über den Glasflächen auf den Dächern des Solarcarports. Hier wird Strom erzeugt – für insgesamt 75 Haushalte. Diesen Strom liefern hunderte Photovoltaik-Module. Darunter stehen Autos von Bahnpendlern. Jetzt im Sommer im Schatten, im Winter werden die Fahrzeuge vor Schnee und Eis geschützt. In Zukunft könnten Bahnpendler ihre Elektroautos hier mit umweltfreundlichem Strom aufladen, solange sie unter dem Carport parken. Viele Politiker haben Pfaffenhofen schon eigens wegen dieses Modellprojekts besucht und sich begeistert darüber geäußert. Eine Bürgerenergiegenossenschaft hat das Projekt finanziert. Wer sich daran beteiligt hat, bekommt mehr als 3 Prozent Rendite im Jahr -garantiert. Sogar dann wenn die neuesten Pläne des Bundesfinanzministers Wirklichkeit werden. Denn Wolfgang Schäuble will die Ökosteuer auch auf selbst erzeugten Strom ausweiten. Zwei Cent pro Kilowattstunde sollen an den Fiskus fließen. Für den Landesvorsitzenden der Bürgerenergie Bayern ist das ein Skandal. „Das ist so, als müsste jemand Steuern auf den Strom zahlen, den er mit seinem eigenen Fahrraddynamo produziert!“ Langfristig werde damit allen Mitgliedern der Bürgerenergiegenossenschaft das Geld aus den Taschen gezogen, empört sich Markus Käser.