Mauer freigelegt: Limes-Ausgrabung bei Denkendorf verspricht neue Erkenntnisse

Denkendorf/Zandt (intv) Er ist mit knapp 550 Kilometern das größte Bodendenkmal Deutschlands und gehört seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der römische Grenzwall Limes verlief auf bayerischem Gebiet von Aschaffenburg in Unterfranken bis nach Eining bei Regensburg. Teilweise ist er heute noch erkennbar und es gibt noch viel zu entdecken. Bei einer Ausgrabung nahe Denkendorf können Forscher nun noch detaillierte Angaben zur 2.000 Jahre alten Mauer machen.

Ob grobe Vorarbeiten mit Spitzhacke oder dann mit Pinsel und Kelle an die Feinarbeit. Das 20-köpfige Forscherteam geht systematisch vor. Darunter Studierende des Archäologischen Instituts der Uni Bamberg und ehrenamtliche Helfer des historischen Vereins Ingolstadt. Sie alle untersuchen seit zwei Wochen einen 25 Meter langen und fünf Meter breiten Waldabschnitt bei Zandt. „Wir hatten jetzt hier diese hervorragende Situation, dass sich uns unterhalb des Schuttwalls die Mauer präsentiert, auf eine Breite von 1, 24 Metern. Nun wollen wir versuchen, auch die Höhe zu rekonstruieren. Das ist insofern ganz spannend, da wir so auch die Funktion der Mauer interpretieren können“, erklärt Grabungsleiterin Julia Koch.

Hier in Denkendorf finden die Forscher eine der besterhaltensten Stellen des gemanisch-raetischen Limes überhaupt in Bayern, so Professor Sebastian Sommer, Landeskonservator am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. „Wir gehen heute davon aus, dass die 1. Phase des Limes um 160 n. Chr. errichtet worden ist. Die Mauer als Schuttwall, die ist wohl später, so um 207 n. Chr. gemacht worden.“

Möglich wurde die Grabung durch den Wittelsbacher Ausgleichsfonds, seit mehr als 800 Jahren Eigentümer des Grundstücks. „Ich glaube, dass das Königshaus Bayern eine Verpflichtung hat, für solch archäologisch wertvolle Grabungen Gelände zur Verfügung zu stellen. Das haben wir sehr gerne gemacht. Es ist hochinteressant, auch die Buchen hier im Wald sind zehn bis 15 Buchengenerationen nach der Römerzeit“, weiß Oberforstdirektor Harald Textor.

Noch bis zum Wochenende läuft die Limesgrabung ind Denkendorf, sie steht in enger Verbindung mit dem 23. internationalem Limeskongress, der im September in Ingolstadt stattfindet. Für die Teilnehmer ist eine Tagesexkursion zur archäologischen Stätte geplant.