Massivität unterschätzt: Brandschutztreppe am Schrobenhausener Pflegschloss lässt Emotionen hochkochen

Schrobenhausen (intv) Eine freistehende Wandscheibe. So hat der Schrobenhausener Stadtrat das Aussehen der Brandschutztreppe am historischen Pflegschloss beschlossen. Zugegeben, nur vom Namen her ist es schwierig sich darunter etwas vorzustellen. So ging es auch den Stadträten, denn die freistehende Wandscheibe entpuppt sich nun als wuchtiges Betongebäude. Und das hat bei der Stadtratssitzung am Dienstag die Emotionen hochkochen lassen.

„Die Masse stört“. „Wir haben uns so etwas wie den Spargelturm vorgestellt, etwas Harmonisches.“ „Wir haben die Massivität unterschätzt“. Die Stadträte räumen ein, dass sie mit dem Aussehen der Brandschutztreppe nicht zufrieden sind. Kreisheimatpfleger Hans Hammer dagegen ist wütend. Er ist dafür, das Gebäude wieder abzureißen.

„In all diesen Emails vom Landesamt für Denkmalpflege ist immer die Rede von einer Mauerscheibe. Nie von einem massiven Betonsilo. Und alleine daraus begründe ich, dass das Nottreppenhaus am Pflegschloss, nicht auf der Grundlage der Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege geplant und umgesetzt worden ist.“

Stadtbaumeister Axel Westermair weist diesen Vorwurf zurück. Über jede Entscheidung bezüglich der Brandschutztreppe, ob innen oder außen, am Haupteingang oder im Hof, habe der Stadtrat abgestimmt. Für Bürgermeister Karlheinz Stephan ist Abreißen keine Option.

„Ich denke, das wäre auch kommunalrechtlich gar nicht durchhaltbar und, wenn dann zumindest ein Fall für das Schwarzbuch der Steuerzahler. Ich denke wir werden noch gute Ideen entwickeln, für den nicht gerade schönen Zustand. Da gebe ich Herrn Hammer recht. Aber wir werden viele schöne Ideen zusammentragen, damit man die Situation doch noch rettet.“

Der Stadtrat lässt jetzt prüfen, wie man das Gebäude im Nachhinein noch verschönern könnte. So möchte die Stadt zum Beispiel auch Schrobenhausener Künstler mit ins Boot holen. Für Hans Hammer reicht das nicht aus. „Das Grundübel bleibt ja trotzdem“, sagt er.